Hochschulen

Künstliche Intelligenz soll künftig bei Diagnosen von Seltenen Erkrankungen helfen

  • Dienstag, 28. April 2026
/sdecoret, stock.adobe.com
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Wiesbaden – Künftig könnte Künstliche Intelligenz (KI) dabei helfen, eine möglicherweise vorliegende Seltene Erkrankung schneller zu erkennen und so den Behandlungsbeginn zu beschleunigen.

Wie Martin Christian Hirsch vom Institut für Künstliche Intelligenz in der Medizin der Universität Marburg im Rahmen des 132. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin berichtete, wird in Marburg derzeit ein KI-Instrument aufgebaut, welches eine Ersteinschätzung von Papierakten vornimmt.

Am Zentrum für unerkannte und seltene Erkrankungen (ZusE) des Universitätsklinikums Marburg, eine Anlaufstelle für Menschen, bei denen trotz umfangreicher diagnostischer Abklärungen bislang keine zufriedenstellende Diagnose gestellt werden konnte, werden im Rahmen des Projektes „Scan4Rare“ aus eingescannten Papierunterlagen Messwerte und Anamnesedaten inklusive Zeitstempel identifiziert.

Daraus werde dann ein ungefährer Krankheitsverlauf rekonstruiert sowie, wenn möglich, eine Abschätzung zum Vorliegen einer Seltenen Erkrankung gegeben. Dabei stelle die KI auch weitergehende Angaben dazu bereit, welche Symptome, Befunde, Beschreibungen und so weiter zu welcher Erkrankung passen.

Medizinerinnen und Mediziner, die sich einen Aktenberg vornehmen, bekämen so künftig eine KI-Ersteinschätzung, die zumindest einen „Korridor, in dem man Denken und Suchen kann oder sollte“ biete, so Hirsch. Die ersten Ergebnisse seien „sehr vielversprechend“.

aha

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