KV Nordrhein fordert verlässliche Rahmenbedingungen für Coronaimpfungen und weniger Bürokratie

Düsseldorf – Verlässliche Rahmenbedingungen, um eine schnellstmögliche Durchimpfung der Bevölkerung gegen SARS-CoV-2 zu gewährleisten, fordert die Vertreterversammlung (VV) der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein (KVNO). Hierzu sei etwa eine „ausreichende und zuverlässige Bereitstellung von Impfstoffen“ sowie eine „umgehende, effektive und drastische“ Reduzierung der Impfbürokratie nötig, heißt es in einer Resolution der VV.
Nötig sei außerdem eine Coronaprämie aus öffentlichen Mitteln für Medizinische Fachangestellte (MFA) analog zum Coronabonus in der Alten- und Krankenpflege, forderten die Delegierten auf ihrem Onlinetreffen Mitte Juni.
In seinem Bericht wies der Vorstandsvorsitzende der KV Nordrhein, Frank Bergmann, daraufhin, dass gleichwohl jeder zweite Bürger in Nordhrein-Westfalen (NRW) bereits seine Erstimpfung erhalten habe, jeder vierte NRW-Bürger sogar schon seine Zweitimpfung. In Zahlen seien dies in Nordrhein 4,8 Millionen erst- und 2,4 Millionen zweitgeimpfte Bürger.
Auch die Impfungen in den Praxen entwickeln sich laut Bergmann erfreulich: Fast 5.700 Praxen beteiligten sich allein im Rheinland an den Impfungen gegen das Coronavirus. „Mit Blick auf die große Impfbereitschaft der Kollegen ist die anhaltende Knappheit an Vakzinen äußerst misslich. Auch die kurzfristigen Mitteilungen der Bundesebene zu den konkreten Impfstoffmengen machen den Praxen eine vorausschauende Terminplanung unmöglich“, kritisierte Bergmann.
Der KV-Chef ging in seiner Rede auch auf die Diskussion über Falschabrechnungen von Coronaschnelltests und die zum 17. Juni angekündigte neue Testverordnung des Bundes ein. Bergmann betonte, dass die vom Gesetzgeber geplanten erweiterten Abrechnungsüberprüfungen für die KVen aus Ressourcengründen nicht machbar seien.
„Wir haben der Bundespolitik zusammen mit allen Landes-KVen und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung unsere entschiedene Ablehnung der Neupläne zum Ausdruck gebracht. Ich erwarte, dass darüber in den nächsten Tagen noch intensiv im Bund diskutiert wird“, sagte Bergmann.
Carsten König, stellvertretender Vorsitzender der KV Nordrhein, berichtete in der VV unter anderem über die Fortführung des Coronaschutzschirms für die Praxen im Rheinland. „Unsere Vorabberechnungen prognostizieren für das erste Quartal des laufenden Jahres einen Rückgang der Fallzahlen über alle Arztgruppen von acht Prozent. Besonders betroffen sein werden aber wahrscheinlich Pädiater und HNO-Ärzte mit einem Rückgang von über 15 Prozent“, so König. Durch Änderungen am Honorarverteilungsmaßstab der KVNo könnten die Schutzzahlungen für hiesige Praxen weiter erfolgen, betonte er.
Im Jahr 2020 wurden insgesamt 82 Millionen Euro für den Schutzschirm für die Praxen in Nordrhein aufgewendet, davon wurden 32 Millionen Euro von den nordrheinischen Krankenkassen getragen. Im Schnitt wurden die Ausgleichszahlungen pro Quartal von 3.000 Praxen in Anspruch genommen.
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