KV Sachsen wehrt sich gegen Kriminalisierung von Ärzten
Dresden – Gegen eine pauschale Kriminalisierung von Ärzten wehrt sich die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Sachsen. Hintergrund ist der Aufmacher „Ärzte kassierten für tote Patienten“ in der Zeitung „Dresdner Morgenpost” vom Mittwoch.
Im Artikel selbst wird unter Berufung auf die sächsische Sozialministerin von neun Fällen gesprochen, in denen die KV Sachsen Anzeige wegen Abrechnungsbetrugs erstattet habe. „Wieder einmal werden Einzelfälle so dargestellt, dass die gesamte Ärzteschaft unter Generalverdacht gestellt wird.
Wir verwahren uns entschieden gegen pauschale Verdächtigungen, die einen ganzen Berufszweig diffamieren“, sagte die stellvertretende Vorstandsvorsitzende der KV, Ulrike Schwäblein-Sprafke.
Die neun Anzeigen wegen eines Verdachtes auf Abrechnungsbetrug bezögen sich auf einen Zeitraum von fünf Jahren bei einer Gesamtzahl von 6.000 Ärzten in dem Bundesland. Bislang kam es dabei laut KV nur zu einer Verurteilung.
Der Artikel der Morgenpost erwecke aber den Verdacht großflächigen Betrugs seitens sächsischer Ärzte. „Derartige Darstellungen in den Medien belasten das Vertrauensverhältnis zwischen Patienten und Ärzten und können dazu beitragen, dass sich junge Ärzte von einer Tätigkeit in eigener Praxis abschrecken lassen“, kritisierte Schwäblein-Sprafke.
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