Landrat des Elbe-Elster-Kreises stürzt über Krankenhauspläne

Potsdam – Erstmals ist in Brandenburg ein Landrat auch über die Folgen der Krankenhausreform gestürzt. Christian Jaschinski (CDU), der auch stellvertretender Landesvorsitzender der Brandenburger CDU ist, verlor gestern die Stichwahl im Elbe-Elster-Kreis gegen seinen parteilosen Herausforderer Marcel Schmidt. Auf Schmidt entfielen 64,5 Prozent der abgegebenen Stimmen, Jaschinski erhielt 35,5 Prozent.
Hauptthema des Wahlkampfs war die Zukunft des Elbe-Elster-Klinikums: Jaschinski setzte sich dafür ein, im Landkreis ein neues Zentralklinikum mit 300 Betten zu schaffen, das etwa in Doberlug-Kirchhain angesiedelt werden sollte. Dort sollten Notfallversorgung, Intensivmedizin, Diagnostik und Geburtshilfe gebündelt werden.
Die drei bisherigen Krankenhausstandorte in Herzberg, Finsterwalde und Elsterwerda sollten dagegen zu wohnortnahen Gesundheitszentren umgestaltet werden. Denn aus Sicht von Jaschinski würde ein „weiter so“ die wirtschaftliche Existenz aller drei Häuser gefährden.
Hingegen hatte Schmidt erklärt, dass ein „Klinikneubau in acht bis zehn Jahren“ ein wichtiges Zukunftsprojekt sein dürfe, dass man aber die bisherigen Standorte nicht aus dem Blick verlieren dürfe. „Gute Gesundheitsvorsorge darf kein Versprechen für morgen sein, sie muss heute spürbar verbessert werden“, hatte Schmidt im Vorfeld der Wahl erklärt.
„Gerade in Zeiten einer angespannten Haushaltslage brauchen wir eine faire und durchdachte Verteilung von Personal, Strukturen und Gehältern.“ Nur mit Augenmaß und Gerechtigkeit schaffe man Akzeptanz bei den Beschäftigten ebenso wie in der Bevölkerung.
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