Lehrerverband macht hohen Erwartungsdruck für Stress verantwortlich
Berlin – Der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Hans-Peter Meidinger, sieht in dem Erwartungsdruck vieler Eltern einen Grund für zunehmend gestresste Schüler. Wenn Kinder und Jugendliche stressbedingt an Kopf- und Bauchschmerzen oder Schlafproblemen litten, sei das nicht auf steigende Leistungsanforderungen der Schulen zurückzuführen, sagte er der Passauer Neuen Presse. Die Lehrpläne seien nicht ausgeweitet worden, in manchen Ländern wie Nordrhein-Westfalen würden sogar Hausaufgaben erlassen.
„Der Stress entsteht oft durch eine zu hohe Erwartungshaltung der Eltern“, sagte der Verbandspräsident. Diese gäben sich nicht mehr mit einem Abschluss zufrieden, sondern verlangten Top-Abiturnoten, damit bestimmte Studienfächer offenstehen.
In einer kürzlich veröffentlichten Untersuchung der DAK-Gesundheit gaben 43 Prozent der Kinder und Jugendlichen an, dass ihnen die Belastung in der Schule zu viel ist. Bei zahlreichen Jugendlichen führt das zu gesundheitlichen Beschwerden wie Kopf-, Bauch- oder Rückenschmerzen sowie Schlafstörungen. Befragt wurden knapp 7.000 Schüler der Jahrgangsstufen fünf bis zehn in sechs Bundesländern.
Viele Schüler würden sich auch selbst zu großen Druck machen, sagte Meidinger. Statt zu entspannen, „hängen die Schüler ständig am Handy und vor dem Rechner und meinen, auf jede WhatsApp-Nachricht antworten zu müssen. Das ist ein riesiges Problem.“
Lehrer, Pädagogen und Schulpsychologen „können und müssen helfen“ und auf das Stress-Problem reagieren, sagte er weiter. Ein Schulfach „Gesundheit“, wie es die DAK-Experten fordern, hält Meidinger allerdings für wenig sinnvoll. „Stressbewältigung, gute Ernährung und Gesundheit – das sind Querschnittsaufgaben, die in vielen Fächern angesprochen werden müssen.“
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