Leitlinie für Umgang mit invasiven Pilzinfektionen durch Candida veröffentlicht

Köln – Durch den Pilz Candida hervorgerufene Erkrankungen zählen zu den häufigsten invasiven Pilzinfektionen. Sie sind insbesondere für immungeschwächte und kritisch kranke Patienten eine lebensbedrohliche Gefahr.
Ein internationales Team hat jetzt unter Leitung von Oliver Cornely und Rosanne Sprute von der Universitätsklinik Köln eine Leitlinie zur Diagnose und Behandlung von Candida-Infektionen erstellt. Sie ist im Fachmagazin Lancet Infectious Diseases erschienen (2025; DOI: 10.1016/S1473-3099(24)00749-7).
Die neue Leitlinie enthält detaillierte Empfehlungen zu Prävention, Diagnose und Behandlung verschiedener Formen der Candidiasis – von oberflächlichen Infektionen bis hin zu lebensbedrohlichen invasiven Erkrankungen.
Besondere Beachtung finden neue Herausforderungen wie Resistenzen gegen gängige Antimykotika sowie die zunehmende Verbreitung von Candida auris, einem multiresistenten Krankheitserreger. Laut dem Leitlinienteam gibt es weltweit aufgrund häufiger werdender Resistenzen zunehmend schwer behandelbare Fälle.
„Unser Ziel war es, die Expertise eines globalen Netzwerks zu bündeln, um Ärztinnen, Ärzten und medizinischem Fachpersonal ein praxisnahes und wissenschaftlich fundiertes Werkzeug an die Hand zu geben“, sagte Sprute.
Das Dokument entstand in vier Jahren intensiver Zusammenarbeit von mehr als hundert Fachleuten aus 35 Ländern. Die Leitlinie wurde der Arbeitsgruppe zufolge weltweit von über siebzig Fachgesellschaften als wichtige Orientierungshilfe anerkannt.
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