Ärzteschaft

Leitlinie zu Diagnostik und Therapie der Endometriose aktualisiert

  • Mittwoch, 25. Juni 2025
/Patrik Skovran, SENTELLO Fotografie, stock.adobe.com
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Berlin – Die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe hat zusammen mit 37 weiteren Fachgesellschaften und Verbänden eine aktualisierte Version der S2k-Leitlinie „Diagnostik und Therapie der Endometriose“ vorgestellt.

Wird bei der Patientin die Diagnose Endometriose gestellt, erfordert die Erkrankung laut Fachgesellschaft eine langfristige Therapieplanung, in der individuelle Faktoren wie Familienplanung und mögliche Organschäden berücksichtigt werden müssen.

„Da weder eine Prävention noch eine ursächliche Therapie der Endometriose bekannt ist, zielt die Behandlung darauf ab, eine möglichst lange Beschwerdefreiheit zu erreichen, funktionelle Einschränkungen zu reduzieren, Organschäden zu vermeiden und die Therapie an die individuelle Lebenssituation der Patientin anzupassen, um ihre Lebensqualität zu verbessern“, sagte Sebastian Schäfer aus der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe, Ludgerus-Kliniken Münster, Standort Clemenshospital.

Er hat die Arbeit zusammen mit Stefanie Burghaus vom Universitätsklinikum Erlangen und Uwe Andreas Ulrich vom Martin Luther Krankenhaus Berlin koordiniert.

Grundlegende Prinzipien der Endometriosetherapie umfassen der Leitlinie zufolge unter anderem die hormonelle und die operative Therapie. Neuerungen betreffen unter anderem die Schmerztherapie, die Psychosomatik sowie multimodale oder komplementäre Therapien.

Auch weitere Therapiemöglichkeiten werden in der Leitlinie aufgegriffen. So empfiehlt das Autorenteam zum Beispiel regelmäßige körperliche Bewegung, Physiotherapie sowie gegebenenfalls eine sexualmedizinische Beratung.

Die Therapie richtet sich immer nach dem aktuellen Bedürfnissen der jeweiligen Patientinnen und dem Untersuchungsbefund. „Hier ist entscheidend, ob bei ihnen die Schmerzen im Vordergrund stehen, welche Therapien bereits durchgeführt wurden, ob funktionelle Einschränkungen an den Organen bestehen und ob zusätzlich ein Kinderwunsch besteht“, hieß es aus der Fachgesellschaft.

„Hervorzuheben ist, dass die Therapie der Wahl primär eine hormonelle Therapie ist“, sagte Burghaus. Nur, wenn Organdestruktionen, wie beispielsweise von Darm und Harnleiter, abklärungsbedürftige Befunde an den Eierstöcken oder ein unerfüllter Kinderwunsch vorzuweisen seien, werde ein operatives Vorgehen als bevorzugtes Therapieverfahren gewählt.

hil

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