Ärzteschaft

Leitlinie zu Hallux valgus aktualisiert

  • Donnerstag, 5. Februar 2026
Hallux valgus
/Aleksandr Rybalko, stock.adobe.com

Berlin – Die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) hat eine neue Version ihrer Leitlinie zu Hallux valgus vorgestellt. „Medizinisch handelt es sich dabei um eine komplexe Fehlstellung, häufig in Verbindung mit einer gewissen Instabilität des ersten Mittelfußgelenkes: Der große Zeh weicht nach außen ab, während sich der erste Mittelfußknochen nach innen verschiebt. Es entsteht der typische schmerzhafte Ballen an der Fußinnenseite“, erläutert Stefan Rammelt, Präsident der Deutschen Assoziation für Fuß und Sprunggelenk, einer Sektion der DGOU.

Häufig kommen Druckstellen, Entzündungen oder Fehlstellungen weiterer Zehen hinzu. Die wichtigste Ursache für einen Hallux valgus ist laut der Leitlinie eine familiäre Veranlagung. Enge Schuhe könnten die Beschwerden zwar verstärken, seien aber nicht die eigentliche Ursache. In Deutschland sind laut der Fachgesellschaft jedes Jahr rund 1,3 Millionen Menschen wegen eines Hallux valgus in ärztlicher Behandlung, überwiegend Frauen, meist ab dem 50. Lebensjahr.

Eine wichtige Neuerung der Leitlinie ist eine vereinfachte Einteilung der Schweregrade: Künftig wird nur noch zwischen „leicht bis moderat“ und „schwer“ unterschieden. Das erleichtert laut der Leitliniengruppe die Therapieentscheidung und sorgt für mehr Transparenz. Die Leitlinie empfiehlt, zunächst nicht-operative Möglichkeiten auszuschöpfen. Die konservativen Maßnahmen könnten die Fehlstellung zwar nicht korrigieren, linderten aber häufig die Schmerzen und verbesserten die Beweglichkeit.

Eine Operation empfiehlt die Leitlinie erst dann, wenn trotz nicht-operativer Maßnahmen starke Beschwerden bestehen, die Lebensqualität eingeschränkt ist oder es wiederholt zu schmerzhaften Druckstellen kommt. Unabhängig von der gewählten Therapie betont die Leitlinie die Bedeutung einer umfassenden ärztlichen Aufklärung – über Chancen, Risiken und auch über die längere Rehabilitationszeit nach einer Operation. „Ziel des OP-Eingriffs ist es, die Fehlstellung des Knochens zu korrigieren, das Gelenk zu entlasten und die Belastung im Vorfuß wieder gleichmäßig zu verteilen“, erläutert Sebastian Baumbach, einer der Koordinatoren der Leitlinie. 

Die Erfolgsaussichten einer Operation sind laut der Leitlinie sehr gut: Wissenschaftliche Auswertungen zeigten, dass alle gängigen Operationsverfahren die Fehlstellung deutlich verbesserten. „Auch die Zufriedenheit der Patientinnen und Patienten steigt nach der Operation im Durchschnitt klar an, unabhängig von der Operationstechnik“, erläutert Sarah Ettinger, ebenfalls Koordinatorin der Leitlinie.  

hil

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