Leitlinie zu Neurosyphilis aktualisiert

Berlin – Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) hat zusammen mit anderen Fachgesellschaften und Organisationen eine neue Ausgabe ihrer Leitlinie zu Neurosyphilis herausgegeben.
Laut der Leitlinie erkrankten in Deutschland im Jahr 2024 9.519 Personen an Syphilis, das entspricht einer Inzidenz von 11,2 Fällen/100.000 Einwohnern. Der bisher häufig durchgeführte Syphilis-Suchtest im Serum steht nach Angaben der Leitliniengruppe nicht mehr zur Verfügung. Als Alternativen dienten Suchtests zum Nachweis spezifischer Antikörper wie Chemilumineszenz-Immunoassays (CIA) und Enzym-Immunoassays (EIA).
Der Verdacht auf Neurosyphilis ergibt sich der Leitlinie zufolge unter anderem aus dem gleichzeitigen Vorliegen von neurologischen oder psychiatrischen Symptomen und einer positiven Syphilis-Serologie oder einer gleichzeitig oder anamnestisch früher diagnostizierten sexuell übertragenen Erkrankung. „Bei positiver Syphilis-Serologie und neurologischen oder psychiatrischen Symptomen soll eine Liquoruntersuchung ergänzt werden“, empfiehlt die Leitliniengruppe.
Für die Diagnosesicherung einer Neurosyphilis sei die Bestimmung der CXCL13-Konzentration im Liquor hilfreich. Die Konzentration im Liquor sei auch als Parameter zur Einschätzung eines Therapieansprechens hilfreich. Eine routinemäßige Liquoruntersuchung zur Verlaufskontrolle einer behandelten Neurosyphilis wird aber laut der Leitliniengruppe nicht mehr empfohlen.
Für die Therapie rät die Leitline zu einer Therapie mit Penicillin G in hoher Dosis über zehn bis 14 Tage oder zu Ceftriaxon über zehn bis 14 Tage. Die Beurteilung des Therapieerfolgs sollte bei Neurosyphilis über eine klinische Verlaufsbeobachtung erfolgen. „Ergänzend kann eine Liquoruntersuchung nach vier bis sechs Monaten zur Beurteilung des Therapieerfolgs erwogen werden“, heißt es in der Leitlinie.
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