Leitlinie zu Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett bei Frauen mit Querschnittlähmung erneuert

Berlin – Die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) und die Deutschsprachige Medizinischen Gesellschaft für Paraplegiologie (DMGP) haben eine neue Ausgabe der Leitlinie „Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett bei Frauen mit Querschnittlähmung“ auf S2k-Niveau vorgestellt.
„Mit Hilfe dieser Leitlinie soll die interdisziplinäre Betreuung von querschnittgelähmten Frauen mit Kinderwunsch und Schwangerschaft auf ein höheres Versorgungslevel gebracht werden“, sagte die Leitlinienkoordinatorin Ines Kurze. An der Erstellung der 70 Seiten umfassenden Handlungsempfehlung war ein Autorenteam aus verschiedenen Fachgesellschaften beteiligt.
Sie haben gegenüber der Vorgängerversion der Leitlinie aus dem Jahr 2018 zahlreiche Kapitel überarbeitet, unter anderem zur Epidemiologie, zur medizinischen Versorgung und häufigen Komplikationen, zu Harnwegsinfekten, Thrombosen und zu der Gabe von Antibiotika.
Die Autoren der Leitlinie betonen, dass die Patientinnen möglichst interdisziplinär versorgt werden sollten, denn ein effektives Behandlungsmanagement erfordere spezifisches Fachwissen in den Bereichen Geburtshilfe und Gynäkologie, Paraplegiologie sowie Neuro-Urologie.
Optimal sei daher die enge Anbindung an ein Querschnittgelähmtenzentrum, in dem ein interdisziplinäres Team die Frauen oft auch schon vor Eintritt der Schwangerschaft betreue.
Die Leitliniengruppe weist daraufhin, dass eine Querschnittslähmung per se keine Indikation für einen Kaiserschnitt sei. Vielmehr sollten die Wünsche, Chancen und Risiken der Gebärenden in einem individuellen Geburtsplanungsgespräch erörtert werden.
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