Politik

Linke warnt vor Altersarmut

  • Montag, 5. Januar 2026
/bilderstoeckchen, stock.adobe.com
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Berlin – Die Linke im Bundestag warnt vor einem drastischen Anstieg der Altersarmut in Deutschland. Ihr Abgeordneter Dietmar Bartsch hatte die Bundesregierung unter anderem gefragt, welcher Bruttostundenlohn nötig ist, um nach 45 Jahren Vollzeitarbeit eine Rente oberhalb der Schwelle für das Armutsrisiko zu erhalten – derzeit 1.381 Euro.

Dazu wären bei konstantem Lohn über 45 Jahre Vollzeit 19,99 Euro pro Stunde nötig, so das Bundesarbeitsministerium (BMAS) in einer Antwort. Die Zeitungen der Funke Mediengruppe hatten zuerst berichtet.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) verdienten im April 2025 rund 18,9 Millionen abhängig Beschäftigte weniger als 20 Euro brutto pro Stunde, also etwa bis zu der errechneten Schwelle.

Bartsch sprach von „Systemversagen“, weil somit viele Menschen in die Altersarmut rutschen würden. „Deutschland hat kein individuelles, sondern ein strukturelles Renten- und Lohnproblem.“

Das Arbeitsministerium weist in seiner Antwort allerdings darauf hin, dass aus den Modellrechnungen keine Rückschlüsse auf das Altersarmutsrisiko gezogen werden könnten.

Die Armutsrisikoschwelle sei ein statistisches Konstrukt, das alle Einkommen eines Haushalts berücksichtige und keine Auskunft über die individuelle Bedürftigkeit gebe. Zudem sei die Annahme eines gleichbleibenden Stundenlohns über 45 Jahre als Grundlage der Berechnung unrealistisch.

dpa

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