Linke will Pflegekräfte durch Gehaltsanreize reaktivieren

Berlin – Zur Linderung des aktuellen Pflegenotstands hat sich der Bundeschef der Linke, Bernd Riexinger, für einen pauschalen Gehaltsaufschlag für Fachpersonal ausgesprochen.
„Während Gesundheitsminister Spahn noch immer Fachkräfte aus aller Welt nach Deutschland holen will, werfen hier ausgebildete Pflegekräfte ihren Job im Schnitt nach fünf Jahren hin oder reduzieren ihre Stunden, weil sie die Arbeitsbedingungen nicht mehr ertragen können“, sagte Riexinger dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Er schlage deshalb vor, allen Pflegekräften monatlich 500 Euro brutto mehr zu bezahlen.
Der Politiker geht davon aus, dass es eine stille Reserve von 100.000 ausgebildeten Pflegekräften gibt, die aufgrund schlechter Bedingungen nicht in ihrem Beruf arbeiten. „Die müssen wir nur wieder reaktivieren. Das ist eine Frage von Arbeitsbedingungen und Personalschlüsseln, aber eben auch vom Gehalt.“
Einzelne Kliniken bezahlten bereits Aufschläge von mehreren 100 Euro – und würden damit bis jetzt vor allem anderen Häusern das Personal abwerben, so Riexinger. Wenn man die Menschen in großer Zahl zurück in den Pflegeberuf holen wolle, dürfe man nicht kleckern, dann müsse man klotzen.
„Klar ist: Einen Beruf wertet man nicht durch warme Worte auf, sondern durch bessere Bezahlung und bessere Arbeitsbedingungen“, erklärte er. Die Linke bleibe weiterhin bei ihrer Forderung von 14,50 Euro Mindestlohn in der Altenpflege, so der Parteichef. „Außerdem wollen wir, dass perspektivisch niemand in der Altenpflege weniger als 3.000 Euro brutto verdient.“
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