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Longevity-Infusionen: Bundesinstitut warnt vor Gesundheitsrisiken

  • Dienstag, 12. Mai 2026
/DavidsPrime, peopleimages.com, stock.adobe.com
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Bonn – Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat vor möglichen gesundheitlichen Risiken sogenannter Longevity-Infusionen gewarnt.

Solche Infusionslösungen mit hochdosierten Vitaminen, Mineralstoffen und weiteren Substanzen seien in Deutschland nicht als Arzneimittel zugelassen, erklärte die Behörde heute in Bonn.

Sogenannte Drip-Spas werden unter anderem mit der Stärkung des Immunsystems, einem verbesserten Aussehen, der Verbesserung von Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden sowie der Unterstützung der Leberfunktion beworben.

Der Begriff Longevity – Langlebigkeit – beschreibt einen Lifestyletrend, der unter anderem einen Boom von Nahrungsergänzungsmitteln auslöste. Es geht nicht nur darum, älter zu werden, sondern auch möglichst lange gesund und fit zu bleiben.

Durch die beworbenen Infusionen bestehe insbesondere bei vulnerablen Gruppen das Risiko beispielsweise einer Überdosierung von Vitaminen oder Störungen im Elektrolyt- und Säure-Basen-Haushalt, erklärte die Bundesbehörde.

Zudem drohten allergische Reaktionen auf die nicht immer deklarierten verabreichten Substanzen. Wie bei allen Infusionen könne eine unsachgemäße Handhabung der sogenannten Drip-Infusionen auch zu einem Austritt der Infusionslösung ins Gewebe, zu Luftembolien und zu Kreislaufproblemen durch zu schnelle Flüssigkeitszufuhr führen.

Arzneimittel zur Infusion unterliegen demnach in Deutschland einem strengen behördlichen Zulassungsverfahren. Nur wenn Wirksamkeit, Unbedenklichkeit und Qualität nachgewiesen und ein positives Nutzen-Risiko-Verhältnis bestätigt werden, dürfen sie auf den Markt gebracht werden. Dieser behördliche Nachweis ist dem Bundesinstitut zufolge bei Drip-Spas beziehungsweise Longevity-Infusionen nicht erbracht.

afp

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