Medizin

Mammakarzinom: Biomarker sagt Rezidiv nach Hormontherapie voraus

  • Montag, 1. Juli 2013
Uploaded: 01.07.2013 18:07:13 by mis
dpa

Boston – Beim östrogenrezeptor-positiven Mammafrühkarzinom erlaubt der Nachweis von zwei Proteinen im Primärtumor möglicherweise die Vorhersage, welche Patientinnen im Anschluss an eine fünfjährige Hormontherapie von einer Anschlusstherapie mit einem Aromatase-Inhibitor über weitere fünf Jahre profitieren und welche nicht. Dies geht aus einer Studie im Journal of National Cancer Institute (JNCI 2013; doi: 10.1093/jnci/djt146) hervor.

Patientinnen mit östrogenrezeptor-positiven Tumoren wird heute zu einer endokrinen Behandlung geraten, die spätere Rezidive verhindern und damit die Überlebenschancen verbessern kann. Zu den Optionen gehört eine sequenzielle Therapie, bei der die Patien­tinnen zunächst über fünf Jahre Tamoxifen einnehmen und danach fünf weitere Jahre mit einem Aromatasehemmer behandelt werden.

Die Empfehlung beruht im Wesentlichen auf den Ergebnissen der MA.17-Studie, in der die Therapieverlängerung mit Letrozol das rezidivfreie Überleben verbesserte. Bei Patientinnen mit positivem Lymphknotenstatus bei der Diagnose wurde auch das Gesamtüberleben verlängert.

Die insgesamt zehnjährige adjuvante Therapie ist aufgrund der „klimakterischen“ Nebenwirkungen von Tamoxifen und Aromatase-Inhibitoren bei den Patientinnen äußerst unbeliebt, und die meisten würden eine Verkürzung der Therapie begrüßen. Der zweite Teil der Therapie könnte nach den Erkenntnissen von Dennis Sgroi, Massachusetts General Hospital, Boston, und Mitarbeitern etwa der Hälfte der Frauen erspart bleiben, wenn im Primärtumor die Expression der Gene HOXB13 und IL17BR bestimmt würde.

Ein niedriger Quotient von HOXB13 zu IL17BR zeigte in der von Sgroi durchgeführten Analyse an, dass Letrozol die Therapieergebnisse gegenüber Placebo nicht verbessern kann: Die 5-Jahresrate eines rezidivfreien Überlebens (nach Abschluss der zehnjährigen Therapie) stieg nicht-signifikant von 87 auf 91 Prozent an.

Anders war die Situation bei den Patientinnen mit einem hohen Quotienten von HOXB13 zu IL17BR. Hier wurde in der MA.17-Studie die 5-Jahresrate eines rezidivfreien Überlebens von 73 auf 90 Prozent gesteigert, was ein vernünftiger Gegenwert für die Therapie sein dürfte.

Der Quotient aus HOXB13 zu IL17BR könnte ein vielversprechender Biomarker für die Therapie sein. Die retrospektive Untersuchung von Sgroi, die sich nur auf die Daten von 83 Patienten und 166 Kontrollen stützt, müsste allerdings zunächst in einer prospektiven Studie an einer größeren Fallzahl bestätigt werden.

rme

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