Medizin

Mammo­graphie-Screening deckt agressive Tumorvorstufen auf

  • Freitag, 22. April 2016
Uploaded: 14.03.2013 18:35:15 by mis
dpa

Münster – Das flächendeckende Mammographie-Screening in Deutschland führt zur Entdeckung von rund doppelt so vielen „ductalen Carcinomata in situ“ (DCIS) als vor dem Start des Screenings diagnostiziert wurden. „Der potenzielle Screeningvorteil, einen aggressiven Brustkrebs durch die Diagnose als Vorstufe und durch eine entsprechende Therapie zu verhindern, tritt häufiger unter älteren als unter jüngeren Teilnehmerinnen auf“, erläutert Stefanie Weigel vom Institut für klinische Radiologie und Referenzzentrum Mammographie am Universitätsklinikum Münster. Ihre Studie ist in der Zeitschrift Radiology erschienen (doi: 10.1148/radiol.2015150322).

Bei den DCIS haben die Tumorzellen die sogenannte Basalmembran noch nicht durchbrochen und deshalb noch nicht metastasiert. Weigel hat für ihre Untersuchung die entdeckten Tumorvorstufen DCIS nach Kernmalignitätsgrad – hoch, intermediär und gering – und nach 5-Jahres-Altersgruppen zwischen 50 und 69 Jahren bei 733.905 Frauen erfasst, die in den Jahren zwischen 2005 und 2008 erstmals am Mammo­graphie-Screening in Nordrhein-Westfalen teilgenommen hatten. Die höchste DCIS-Erkennungsrate ergab sich für die aggressivsten Vorstufe bei Frauen zwischen 65 und 69 Jahren, nämlich 0,8 pro 1.000 gescreenter Frauen, im Vergleich zu 0,5 pro 1.000 gescreenter Frauen der jüngeren Altersgruppen von 50 bis 64 Jahre.

Nach derzeitigem Wissen entsteht aus dem DCIS vom hohen Kernmalignitätsgrad laut Weigel im Durchschnitt nach fünf Jahren invasiver Brustkrebs mit Durchbrechung der Basalmembran. „Die neuen Studienergebnisse zeigen, dass durch digitales Mammographie-Screening mit zunehmendem Alter immer häufiger biologisch relevante Brustkrebsvorstufen entdeckt werden, bevor sie in einen aggressiven invasiven Brustkrebs übergehen“, zieht die Wissenschaftlerin ein Fazit ihrer Studie.

hil

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