Mammographie-Screening im Ruhrgebiet: KV Nordrhein bietet weitere Befundung an
Düsseldorf – In der Auseinandersetzung um das Mammographie-Screening in Essen, Oberhausen und Mülheim hat die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Nordrhein mit dem Referenzzentrum Mammographie in Münster eine weitere Befundung für Frauen vereinbart, die dies wünschen. „Die KV Nordrhein schafft damit größtmögliche Sicherheit für die betroffenen Frauen, die durch die Berichterstattung zum Mammografie-Screening-Programm in Essen verunsichert worden sind“, hieß es aus der Ärzteorganisation.
Hintergrund sind Medienberichte von NDR/WDR und Süddeutscher Zeitung, denen zufolge ein Radiologe das Brustkrebs-Vorsorgeprogramm für die Region über Jahre ohne die erforderliche Qualifikation geleitet habe. „Um jedweder Gefährdung von Frauen innerhalb des Screening-Programms vorzubeugen, wurde dem Programmverantwortlichen Arzt (PVA) in Essen, Oberhausen und Mülheim der Versorgungsauftrag nach der nicht erfolgten Rezertifizierung durch das Referenzzentrum in Münster 2013 mit sofortiger Wirkung entzogen“, hieß es aus der KV. Aus formalen Gründen habe diese dem Arzt bereits 2010 den Versorgungsauftrag entzogen. Er hatte dagegen jedoch Rechtsmittel eingelegt, die aufschiebende Wirkung hatten.
Bislang haben sich 25 Frauen mit dem Wunsch einer Nachbefundung an die KV Nordrhein gewandt. Bei den bisherigen Nachuntersuchungen seien keine auffälligen Befunde festgestellt worden.
Frauen, die wegen des Mammografie-Screenings in Sorge sind, können sich an den Patienteninformationsdienst der KV Nordrhein unter der Telefonnummer 0800 6224488 wenden.
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