Mecklenburg-Vorpommern: Schulgeld für Altenpflege-Ausbildung streichen
Schwerin – Auszubildende in Pflegeberufen zahlen an freien Schulen in Mecklenburg-Vorpommern noch immer Schulgeld. Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (bpa) fordert zum Beginn des neuen Ausbildungsjahres, das Schulgeld für künftige Altenpfleger sofort zu streichen. „Wenn die Landesregierung den Pflegeberuf aufwerten will, dann ist die Abschaffung des Schulgeldes ein einfacher und längst überfälliger Schritt“, sagte bpa-Landesvorsitzender Michael Händel heute.
Das Pflegeberufereformgesetz des Bundes sieht eine kostenlose Ausbildung ab dem Jahr 2020 vor. Dann soll die neue „generalistische“ Ausbildung für Alten-, Kinder- und Krankenpfleger beginnen. Nach Ansicht des bpa kann es sich Mecklenburg-Vorpommern nicht leisten, so viel Zeit zu verschenken. Pflegefachkräfte würden dringend gebraucht. Wenn das Land ein kostenloses Medizinstudium ermögliche, sei es nicht zu vermitteln, warum künftige Altenpfleger für ihre Ausbildung bezahlen sollten. In vielen anderen Bundesländern sei die Pflegeausbildung längst schulgeldfrei, um die Zahl der Pflegekräfte zu steigern.
In Mecklenburg-Vorpommern gibt es laut Sozialministerium trotz des Schulgeldes für die Pflegeausbildung noch genügend Interessenten. Das Land habe bereits 2014 die Unterstützung für Auszubildende auf bis zu 80 Prozent erhöht, um Schüler und Eltern von Schulgebühren zu entlasten. Sozialministerin Stefanie Drese (SPD) sagte, auch sie hätte sich gewünscht, dass die bundesweite kostenlose Ausbildung vor 2020 kommt.
Sie verwies zudem auf das Problem, dass viele Absolventen nach ihrer erfolgreichen Ausbildung vor allem wegen der geringen Bezahlung in andere Bundesländer abwanderten. Gebraucht würden höhere Löhne, um den Pflegeberuf attraktiver zu machen, sagte sie.
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