Medizinische Hochschule Brandenburg: Mehr als 500 Absolventen aus Brandenburg und Neuruppin

Potsdam – Die Medizinische Hochschule Brandenburg hat mittlerweile mehr als 550 Absolventen in den Studienfächern Medizin und Psychologie in ihr Berufsleben entlassen. Das berichtete Universitätspräsident Hans-Uwe Simon gestern im Wissenschaftsausschuss des Potsdamer Landtags.
Die 2014 gegründete Universität, deren Hauptsitze sich in Neuruppin und Brandenburg (Havel) befinden, hat mittlerweile 57 Professuren geschaffen und arbeitet mit einem Verbund aus vier Universitätskliniken, 31 kooperierenden Kliniken und 350 Lehrpraxen zusammen.
Derzeit studierten 1.300 junge Menschen an der MHB. Dabei erlebe man einen beachtlichen „Klebeeffekt“: In den Jahren 2021 bis 2024 hätten 122 an der MHB ausgebildete Ärztinnen und Ärzte ihre Berufstätigkeit in Brandenburg begonnen. Mittlerweile steht die Universität deswegen vor einem ganz anderen Problem.
„Wir stehen vor der Frage, wo unsere Absolventen demnächst ihre Facharztausbildung absolvieren können“, sagte Simon. Auch die Geschäftsführerin des Universitätsklinikums Brandenburg, Gabriele Wolter, machte deutlich, dass es an ihrer Klinik keine freien Assistenzarztstellen mehr gebe. Man sei mittlerweile nur noch auf der Suche nach hochspezialisierten Oberärzten.
Thema im Wissenschaftsausschuss war indes auch die weitere Finanzierung der Hochschule. Seit 2020 wird die Forschung an der MHB mit rund sechs Millionen Euro vom Land Brandenburg unterstützt. Hingegen bezahlt jeder Studierende der Humanmedizin pro Studium 118.000 Euro Studiengebühren. Oft nehmen die Studierenden dafür teils langjährige Kredite auf.
„Wir wünschen uns natürlich eine stärkere finanzielle Unterstützung“, betonte Simon. Im Blick auf die in Cottbus neu gegründete „Medizinische Universität Lausitz – Carl Thiem“ sehe er aber keine Konkurrenz. Beide Institutionen hätten ihre Berechtigung. Sorgen seien an dieser Stelle ein „schlechter Ratgeber“.
Ohnehin sei die medizinische Versorgung im Land Brandenburg bis heute nicht ausreichend. Weiterhin fehlten in Brandenburg über 300 Hausärzte. „Unser Ziel ist es, hier entsprechend auszubilden“, sagte Simon. „Wir wollen die Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum stärken.“
Brandenburgs Wissenschaftsministerin Manja Schüle (SPD) betonte, die MHB stehe seit ihrer Gründung im politischen Fokus der Landesregierung. Die fünf Millionen Euro für die Forschungsförderung an der MHB seien kein Zufallsprodukt. „Sie bekommen das Geld, weil Sie Qualität und Güte bescheinigt bekommen haben“, erläuterte Schüle.
„Ich bin sehr froh, dass sich die Koalitionäre darauf verständigen konnten, die MHB nicht nur im Koalitionsvertrag zu erwähnen, sondern auch ihre finanzielle Förderung vertraglich abzusichern.“
In dem in der vergangenen Woche von Dietmar Woidke (SPD) und Jan Redmann (CDU) vorgestellten Dokument heißt es über die MHB: „Die Medizinische Hochschule Brandenburg leistet ihren Beitrag zur Versorgung mit gut qualifizierten Ärztinnen und Ärzten, insbesondere im ländlichen Raum. Daher soll die Landesförderung auf dem aktuellen Niveau vertraglich abgesichert werden.“ Wie Schüle erklärte, sei es wichtig, „dass die MHB Gewissheit hat, über welche Perspektiven wir verhandeln.“
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