Medizinischer Dienst rudert bei IGel-Vorwürfen zurück
Essen – Der Medizinische Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen (MDS) hat die Informationen zur sogenannten Dermatoskopie aus dem Portal „Igel-Monitor“ herausgenommen. Vorausgegangen war eine Auseinandersetzung mit dem Berufsverband der Deutschen Dermatologen.
„Viele Hautärzte bieten eine spezielle Lupenuntersuchung, eine sogenannte Dermatoskopie, zur Früherkennung von Hautkrebs als IGeL an. Der IGeL-Monitor sieht dafür keine Basis“, hieß es in einer Stellungnahme des IGeL-Monitors vom 5. Juli. Die Hautärzte kritisierten dies als „Desinformation zum Schaden der gesetzlich Krankenversicherten“.
Laut der jetzigen Darstellung des IGeL-Monitors erhielt die Darstellung von Anfang Juli „explizit keine Bewertung, weil der IGeL-Monitor keine Grundlage dafür erkennen konnte, die Untersuchung überhaupt als IGeL anzusehen“.
Sobald der Hautarzt eine verdächtige Hautstelle mit dem bloßen Auge oder mit einer Lupe erkenne, werde er den Verdacht abklären, in dem er unter anderem ein Dermatoskop zu Hilfe nehme. Diese Abklärung zähle nach Ansicht der Autoren des IGeL-Monitors bereits zu den kurativen Leistungen, die von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt würden. Allerdings werde der Einsatz des Dermatoskops nicht gesondert vergütet.
Nach Ansicht des Berufsverbandes der Hautärzte sei die Dermatoskopie aber keine vertragsärztliche Leistung und gehöre daher zu den IGeL, die Patienten selbst bezahlen müssten.
Der MDS kündigte an, diese Frage jetzt in den Bewertungsausschuss der Ärzte und Krankenkassen zu bringen. Bis dahin wolle er die Auseinandersetzung aber nicht auf dem Rücken der Patienten austragen. Deshalb habe er die Stellungnahme zur Dermatoskopie von dem Portal IGeL-Monitor gelöscht.
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