Mehr Hitzetage in Berlin, Ältere sind besonders gefährdet

Berlin – In Berlin ist der Klimawandel Fachleuten zufolge bereits heute ein ernstzunehmendes Risiko für die menschliche Gesundheit. Als dicht besiedelte Metropole sei die Stadt in besonderem Maße von klimabedingten Belastungen betroffen, heißt es in der „Klimarisikoanalyse Berlin“, die die Umweltverwaltung vorgelegt hat.
Unter anderem haben hitzebedingte Todesfälle nach Einschätzung des Robert-Koch-Instituts (RKI) in Deutschland eine relevante Größenordnung erreicht und sind in Großstädten besonders ausgeprägt. Die Hitzebelastung der Bevölkerung hat den Daten zufolge zugenommen. So gab es in Berlin in den 30 Jahren von 1991 bis 2020 verglichen mit früheren Vergleichszeiträumen eine deutliche Erwärmung.
Die Jahresmitteltemperatur ist im Vergleich zum Zeitraum von 1971 bis 2000 um 0,7 Grad und sogar um 2,1 Grad Celsius bezogen auf die Periode nach Beginn der Aufzeichnungen von 1881 bis 1910 gestiegen. Außerdem fallen die fünf wärmsten Jahre seit 1881 alle in den vergangenen zehn Jahre.
Auch die Anzahl an Sommertagen mit Höchsttemperaturen von mindestens 25 Grad und Heißen Tagen mit Werten von mindestens 30 Grad ist in Berlin den Angaben zufolge gestiegen.
Im Vergleich des Zeitraums von 1991 bis 2020 zu dem von 1971 bis 2000 nahm die mittlere Anzahl der Sommertage von 39 auf 49 pro Jahr und der Heißen Tage von acht auf 13 zu. Die Zahl der Tropennächte, in denen die Temperatur nicht unter 20 Grad fällt, ist von 1,1 auf 1,3 gestiegen. Nach den in der „Klimarisikoanalyse“ genannten Daten ging die Zahl der Eistage von 20 auf 17 pro Jahr zurück.
Hitzebelastung wirkt sich den Angaben zufolge besonders stark auf vulnerable Bevölkerungsgruppen wie ältere Menschen, solche mit Vorerkrankungen und Kleinkinder, aus.
Berlin hatte laut dem Amt für Statistik Berlin-Brandenburg Ende 2024 rund 3,7 Millionen Einwohner. Die Gruppe der über 65-Jährigen umfasste etwa 707.400 Menschen. Es wird erwartet, dass die Bevölkerung Berlins weiterhin leicht wächst, wobei die Gruppen der Älteren stärker zunehmen als die der Jüngeren und damit auch die vulnerable Bevölkerung größer wird.
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