Mehr Schwangerschaftsabbrüche in Thüringen registriert

Erfurt – Die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche in Thüringen ist im vergangenen Jahr auf 3.176 gestiegen. Das waren 141 oder 4,6 Prozent mehr als 2017, wie das Statistische Landesamt gestern in Erfurt mitteilte.
Die Entwicklung in Thüringen verlief gegen den Bundestrend (Rückgang um 0,2 Prozent). Vor allem bei jungen Mädchen unter 18 Jahren sowie bei Frauen im Alter über 40 Jahren war ein überdurchschnittlich hoher Anstieg zu beobachten.
Bei den Minderjährigen stieg die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche um 7,8 Prozent im Vergleich zu 2017, bei den älteren Frauen sogar um 11,1 Prozent, wie die Zahlen des Landesamtes zeigen.
Darunter waren nicht nur Thüringerinnen, sondern auch einige Frauen aus Bayern, die Abtreibungen in hiesigen Kliniken und gynäkologischen Praxen vornehmen ließen. Dabei gingen die Schwangerschaftsabbrüche stationär in Kliniken um 15,1 Prozent zurück und die in Arztpraxen stiegen um 10,9 Prozent.
Das Gros der Frauen (fast 2.100), die sich für diesen Schritt entschieden, war ledig. Knapp 900 Frauen waren verheiratet, 75 geschieden oder verwitwet. Die Mehrzahl von ihnen hatte bereits mindestens ein Kind. 842 Frauen, die sich für den Abbruch einer Schwangerschaft entschieden, waren kinderlos.
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