Mehr Vollstudienplätze für Rheinland-Pfalz gefordert

Köln/Mainz – Der Landesverband Nordrhein-Westfalen/Rheinland-Pfalz des Marburger Bundes (MB) hat die rheinland-pfälzische Landesregierung dazu aufgefordert, die Teilstudienplätze Humanmedizin an der Universität Mainz in Vollstudienplätze umzuwandeln. Hintergrund ist die drohende Zwangsexmatrikulation von 45 Studierenden, die die Universitätsmedizin Mainz nach dem Vorstudium verlassen sollen und heute gemeinsam mit zahlreichen Unterstützern gegen die Vergabe von Teilstudienplätzen demonstrierten.
Investitionen gehen verloren
„Es ist völlig unverständlich, dass in Mainz gerade 45 junge Menschen, die hochengagiert sind, die einfach nur Arzt werden wollen, nach dem Physikum exmatrikuliert werden“, erklärten Johannes Albert Gehle, Erster Vorsitzender des MB Nordrhein-Westfalen/Rheinland-Pfalz, und Ulrich Strecker, Vorsitzender des MB-Bezirks Rheinhessen). Das Land Rheinland-Pfalz habe an seiner einzigen Universität mit einer medizinischen Fakultät in jeden vorklinischen Studienplatz Humanmedizin in Mainz jeweils rund 80.000 Euro investiert. Diese Investition gehe verloren, wenn die 45 Studierende ihren Studienweg nicht fortsetzen können.
„Wir wissen, dass Mainzer Absolventen in aller Regel eine ärztliche Tätigkeit in Rheinland-Pfalz aufnehmen. Mit jeder Zwangsexmatrikulation verliert Rheinland-Pfalz eine Ärztin oder einen Arzt von morgen“, so Gehle und Strecker. Aus ihrer Sicht gibt es nur eine vernünftige Lösung: „Die Teilstudienplätze in Mainz müssen umgehend in Vollstudienplätze für Humanmedizin umgewandelt werden, das würde den Ärztemangel in Rheinland-Pfalz zeitnaher verringern, denn die betroffenen Studenten müssen ja nur noch den klinischen Studienabschnitt absolvieren.“
Anzahl der Studienplätze erhöhen
Der Ärztegewerkschaft zufolge wird der Bedarf an Ärzten durch den demografischen Wandel noch weiter steigen. Deshalb haben beide Vertreter darüber hinaus von der Landesregierung in Rheinland-Pfalz gefordert, die Zahl an Studienplätzen im vorklinischen und klinischen Studienabschnitt für Humanmedizin um mindestens zehn Prozent zu erhöhen.
Anlässlich der heutigen Protestaktion kritisierte auch die Landesärztekammer Rheinland-Pfalz das Konzept der Teilstudienplätze. „Es ist keineswegs förderlich, junge engagierte Medizinstudierende nach dem Physikum ohne Perspektive auf die Straße zu setzen“, kritisierte Jürgen Hoffart, Hauptgeschäftsführer der Landesärztekammer Rheinland-Pfalz. Zumal diese künftig im Land dringend gebraucht würden. Hoffart plädierte dafür, die geplante Regionalisierung des Medizinstudiums zügig voranzutreiben und schlug vor, Medizinstudierenden mit Teilstudienplatz die klinische Ausbildung an der Universität Mainz per Überlastquote zu ermöglichen.
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