Metke sieht ambulante Geburtshilfe durch hohe Berufshaftpflichtprämien gefährdet
Stuttgart – Die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW) unterstützt den Protest der Hebammen gegen die stark angestiegenen Kosten für die Berufshaftpflichtversicherung und weist in diesem Zusammenhang auf die Situation geburtshilflich tätiger Gynäkologen hin. „Die Prämien für die Berufshaftpflichtversicherung bei den in der Geburtshilfe tätigen Berufen haben sich zu einem Problem erster Güte entwickelt“, betonte KVBW-Vorstandschef Nobert Metke. Gehe diese Entwicklung so weiter, werde es bald keine ambulante Geburtshilfe mehr geben.
Laut Metke sind die Berufshaftpflichtprämien für geburtshilflich tätige Frauenärzte explosionsartig angestiegen: „Vor etwa zehn Jahren lagen die Prämien umgerechnet bei rund 5.000 Euro, heute muss ein Arzt rund 20.000 Euro pro Jahr bezahlen“, kritisierte der KV-Chef.
Neueinsteiger in diesem Gebiet müssten sogar bis zu 40.000 Euro pro Jahr bezahlen. Vor diesem Hintergrund wundert es Metke nicht, dass sich die Zahl der niedergelassenen Geburtshelfer von rund 17.800 auf 13.300 reduziert hat. „In absehbarer Zeit werden Geburten nur noch in großen Kliniken möglich sein, die in der Lage sind, derartige Prämien abzufangen“, so seine Befürchtung.
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