Medizin

Molekulare Signatur der Hantavirus-Infektion beim Menschen entschlüsselt

  • Mittwoch, 5. September 2012
Uploaded: 05.09.2012 13:31:15 by mis
Hantaviren /CDC

Berlin – Die molekulare Signatur der Hantavirus-Infektion haben Wissenschaftler der Charité – Universitätsmedizin Berlin und der Labor Berlin GmbH entschlüsselt. Das ermöglicht es, die Erbinformation des jeweiligen Virusstammes, der bei einem Patienten nachgewiesen wurde, mit dem neu geschaffenen Register der in Deutschland kursierenden Hantaviren zu vergleichen.

„So können wir den Virusstamm eines Patienten genau einem bestimmten Risikogebiet in Deutschland zuordnen, in dem die Infektion erfolgt ist“, erklärte der Virologe Detlev Krüger, Direktor des Instituts für Medizinische Virologie an der Charité. Die Ergebnisse der Studie sind in der Septemberausgabe des Fachjournals Emerging Infectious Diseases (doi 10.3201/eid1809.111447) veröffentlicht. Die Arbeit der Berliner Forscher wurde durch ein enges Netzwerk aus Ärzten und Zoologen in ganz Deutschland sowie mit Wissenschaftlern des Friedrich-Loeffler-Institutes in Greifswald möglich.

Hantaviren werden von bestimmten Mäusearten beherbergt und mit deren Ausschei­dungen auf den Menschen übertragen. Die Infektion des Menschen ruft hohes Fieber, Schmerzen und in schweren Fällen Nierenversagen hervor.

Während diese Infektion in Deutschland noch vor wenigen Jahren fast unbekannt war, gehört die Hantavirus-Erkrankung mittlerweile zu den fünf häufigsten meldepflichtigen Viruserkrankungen. Bislang hat das Robert-Koch-Institut 2012 2.216 Krankheitsfälle registriert, so dass das Jahr 2012 bereits zum jetzigen Zeitpunkt ein „Hantavirus-Rekordjahr“ darstellt.

hil

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