Montgomery fordert anonymen Krankenschein für Flüchtlinge
München – Der Präsident der Bundesärztekammer, Frank Ulrich Montgomery, fordert eine bessere gesundheitliche Versorgung von Flüchtlingen und plädiert für einen anonymen Krankenschein. Die unbefriedigende Regelung in Deutschland müsse ein Ende haben, sagte Montgomery dem Nachrichtenmagazin Focus.
Ärzte seien verpflichtet, „alle gleich zu behandeln, egal woher sie kommen und welchen Schutzstatus sie nach Ausländerrecht haben”, sagte er. Die Bundesärztekammer schlage daher die Einführung eines anonymen Krankenscheins für alle Gruppen vor, die keine Sozialversicherung haben. Krankenhäuser oder Praxen dürften nicht auf den Behandlungskosten sitzen bleiben.
Mitte April hatte der Fall eines schwer erkrankten Flüchtlingskindes Schlagzeilen gemacht. Drei Mitarbeiter eines Aufnahmelagers waren zu Geldstrafen verurteilt worden, weil sie dem lebensgefährlich erkrankten Kind nicht geholfen hatten.
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