Medizin

MRT-Film ermöglicht röntgenfreie Herzkatheter

  • Dienstag, 11. September 2012

Bethesda – Einige Herzkatheteruntersuchungen könnten künftig auch ohne Strahlen­belastung des Patienten möglich werden. In einer Pilotstudie im European Heart Journal (2012; doi: 10.1093/eurheartj/ehs189) wurden Untersuchungen des rechten Ventrikel mit Unterstützung einer Echtzeit-Magnetresonanztomographie ebenso sicher und rasch wie unter der konventionellen Röntgendurchleuchtung durchgeführt.

Die Bildgebung der Kernspintomographie hat sich in den letzten Jahren so weit beschleunigt, dass einzelne Aufnahmen zu einer flüssigen Bildserie aneinandergereiht werden können. Dank einer am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie in München entwickelten Technik (FLASH) konnte die Auflösung so weit erhöht werden, dass sich beispielsweise die Herztätigkeit im MRT detailliert und in Echtzeit verfolgen lässt.

Das Team um Robert Lederman vom National Heart Lung and Blood Institute in Bethesda im US-Staat Maryland ist jetzt einen Schritt weiter gegangen. In einer Pilotstudie wurden erstmals Herzkatheteruntersuchungen unter Echtzeit-Magnetresonanztomographie durchgeführt.

Bei den Patienten handelte es sich um Kinder, bei denen am Children's National Medical Center in Washington wegen Herz- oder Klappenfehlern eine Rechtsherzkatheter­untersuchung erforderlich war. Patienten mit kardialen Vitien sind für Lederman eine Zielgruppe für die Untersuchung mit dem MRT-Film. Bei den Kindern ist oft schon in den ersten Lebensmonaten ein Herzkatheter notwendig. Die Empfindlichkeit des Gewebes auf Röntgenstrahlen ist dann deutlich höher als bei Erwachsenen.

Eine zu überwindende Hürde war die geringe Größe des Katheters. Um ihn im MRT-Film sichtbar zu machen, wurde die Spitze entweder mit Luft oder mit dem Kontrastmittel Gadolinium gefüllt. Vor allem die Markierung mit Gadolinium hat sich bei den ersten 16 untersuchten Kindern bewährt. Die Katheterspitze sei ebenso gut sichtbar gewesen wie unter einer Röntgenkontrolle, berichtet Lederman.

Nur bei einem Patienten gelang die Untersuchung erst mit Hilfe einer Röntgendurch­leuchtung. Alle Kinder waren nacheinander mittels Röntgendurchleuchtung und im MRT-Film katheterisiert worden. In beiden Fällen dauerte die Untersuchung mit etwa 20 Minuten gleich lang. Die Sondierung der Pulmonalarterie war sogar leichter als unter Röntgenkontrolle, schreibt Lederman, dessen Gruppe weiter an einer Verbesserung der Katheter tüftelt, um diese noch besser erkennbar zu machen.

rme

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