Nestlé-Konzern ruft Säuglingsnahrung zurück

Frankfurt am Main – Der Lebensmittelriese Nestlé ruft in enger Abstimmung mit den zuständigen deutschen Behörden vorsorglich bestimmte Chargen/Produktionsnummern von verschiedenen Säuglingsnahrungsprodukten zurück, die in Deutschland verkauft wurden. Betroffen sind verschiedene Pulver und Flüssigkeiten in Dosen, Schachteln und Flaschen der Marken „Beba“ und „Alfamino“.
Der Konzern begründete den Rückruf damit, dass das Toxin Cereulid möglicherweise in einer der Zutaten eines Zulieferers enthalten sei, die in den betroffenen Chargen verwendet worden seien. Der Giftstoff kann bei Verzehr Übelkeit und Erbrechen hervorrufen. Bislang seien aber keine Erkrankungen oder Symptome im Zusammenhang mit dem Verzehr bekannt, hieß es.
Cereulid ist ein Toxin, dass durch das Bakterium Bacillus cereus entstehen kann. Es kann nach Aussage eines Unternehmenssprecher innerhalb von 30 Minuten bis sechs Stunden Erbrechen, Durchfall und ungewöhnliche Müdigkeit auslösen. Zeige das Kind keine dieser Symptome, bestehe kein Grund zur Sorge hinsichtlich gesundheitlicher Auswirkungen.
Das Unternehmen veröffentlichte eine Liste der vom Rückruf betroffenen Produkte auf seiner Webseite und verwies darauf, dass sich Eltern unter 0800/2344944 an den Nestlé-Verbraucherservice wenden können. Die Produkte könnten dort zurückgegeben werden, wo sie gekauft wurden. „Der Kaufpreis der Beba-Produkte wird auch ohne Vorlage des Kassenbons erstattet“, erklärte der Lebensmittelkonzern.
Nach Angaben der österreichischen Nachrichtenagentur APA ruft Nestlé auch in anderen Ländern Babynahrung zurück. Insgesamt sind demnach mehr als 800 Produkte aus mehr als zehn Nestlé-Werken betroffen, wie APA unter Verweis auf eine Mitteilung des Gesundheitsministeriums in Wien berichtete.
Diskutieren Sie mit
Werden Sie Teil der Community des Deutschen Ärzteblattes und tauschen Sie sich mit unseren Autoren und anderen Lesern aus. Unser Kommentarbereich ist ausschließlich Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.
Anmelden und Kommentar schreiben
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien. Der Kommentarbereich wird von uns moderiert.
Diskutieren Sie mit: