Politik

Neue Clearingstellen für Zuwanderer mit ungeklärtem Versicherungsstatus

  • Montag, 4. Juli 2016

Düsseldorf – In Nordrhein-Westfalen (NRW) haben drei sogenannte Clearingstellen für Zu­wanderer mit unklarem Krankenversicherungsstatus ihre Arbeit aufgenommen – in Köln, Dortmund und Duisburg. Sie sollen sich vor allem um Personen aus südosteuropä­ischen Staaten der Europäischen Union (EU) wie Bulgarien und Rumänien kümmern.

„Selbstverständlich müssen auch Zuwanderer aus EU-Staaten im Krankheitsfall bei uns kurzfristig angemessen gesundheitlich versorgt werden. Das ist nicht nur ein Menschen­recht, sondern auch eine wesentliche Voraussetzung für eine gelingende Integration“, sagte NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Bündnis 90/Grüne).

Sie kritisierte, eigentlich sei es Aufgabe des Bundes, bei EU-Bürgern einen unbürokratischen Zugang zum deutschen Gesundheitssystem zu ermöglichen. „Auf keinen Fall darf es ein politisch geduldeter Zustand sein, wenn es immer wieder Probleme bei der Finanzierung der Ver­sorgung für Zuwanderer aus der EU gibt“, betonte die Ministerin.

In der Clearingstelle in Dortmund arbeiten zwei Fachkräfte des Sozialversicherungs­we­sens sowie zwei Kultur- und Integrationsmittler, die den Vertrauensaufbau und die Kom­mu­nikation mit den Beratern unterstützen sollen. Gemeinsam bieten sie Beratung und Begleitung in sieben Sprachen an: Bulgarisch, Rumänisch, Spanisch, Türkisch, Deutsch, Englisch und Katalanisch.

Die Versicherungsfragen stellen nach Angaben des NRW-Gesundheitsministeriums nicht nur viele Migranten vor Probleme, sondern auch Ärzte und andere Fachkräfte. Die Clea­ringstelle soll alle offenen Versicherungsfragen zentral klären und so auch für Leistungs­erbringer klare Finanzierungsstrukturen schaffen. Das Land NRW wird insgesamt fünf Clearingstellen modellhaft über drei Jahre mit rund 2,5 Millionen Euro fördern.

hil

Diskutieren Sie mit:

Diskutieren Sie mit

Werden Sie Teil der Community des Deutschen Ärzteblattes und tauschen Sie sich mit unseren Autoren und anderen Lesern aus. Unser Kommentarbereich ist ausschließlich Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.

Anmelden und Kommentar schreiben
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien. Der Kommentarbereich wird von uns moderiert.

Es gibt noch keine Kommentare zu diesem Artikel.

Newsletter-Anmeldung

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes.

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterherzurennen: Newsletter Tagesaktuelle Nachrichten

Zur Anmeldung