Neue Clearingstellen für Zuwanderer mit ungeklärtem Versicherungsstatus
Düsseldorf – In Nordrhein-Westfalen (NRW) haben drei sogenannte Clearingstellen für Zuwanderer mit unklarem Krankenversicherungsstatus ihre Arbeit aufgenommen – in Köln, Dortmund und Duisburg. Sie sollen sich vor allem um Personen aus südosteuropäischen Staaten der Europäischen Union (EU) wie Bulgarien und Rumänien kümmern.
„Selbstverständlich müssen auch Zuwanderer aus EU-Staaten im Krankheitsfall bei uns kurzfristig angemessen gesundheitlich versorgt werden. Das ist nicht nur ein Menschenrecht, sondern auch eine wesentliche Voraussetzung für eine gelingende Integration“, sagte NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Bündnis 90/Grüne).
Sie kritisierte, eigentlich sei es Aufgabe des Bundes, bei EU-Bürgern einen unbürokratischen Zugang zum deutschen Gesundheitssystem zu ermöglichen. „Auf keinen Fall darf es ein politisch geduldeter Zustand sein, wenn es immer wieder Probleme bei der Finanzierung der Versorgung für Zuwanderer aus der EU gibt“, betonte die Ministerin.
In der Clearingstelle in Dortmund arbeiten zwei Fachkräfte des Sozialversicherungswesens sowie zwei Kultur- und Integrationsmittler, die den Vertrauensaufbau und die Kommunikation mit den Beratern unterstützen sollen. Gemeinsam bieten sie Beratung und Begleitung in sieben Sprachen an: Bulgarisch, Rumänisch, Spanisch, Türkisch, Deutsch, Englisch und Katalanisch.
Die Versicherungsfragen stellen nach Angaben des NRW-Gesundheitsministeriums nicht nur viele Migranten vor Probleme, sondern auch Ärzte und andere Fachkräfte. Die Clearingstelle soll alle offenen Versicherungsfragen zentral klären und so auch für Leistungserbringer klare Finanzierungsstrukturen schaffen. Das Land NRW wird insgesamt fünf Clearingstellen modellhaft über drei Jahre mit rund 2,5 Millionen Euro fördern.
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