Neue Empfehlungen zur Weiterentwicklung des Medizinstudiums

Berlin – Der Medizinische Fakultätentag (MFT) und die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) drängen darauf, das Medizinstudium weiterzuentwickeln. Hintergrund ist, dass es vor allem wegen Finanzierungsfragen bislang politisch nicht gelungen ist, Ziele des Masterplans Medizinstudium in der Ärztlichen Approbationsordnung zu verankern.
„Wir können es uns nicht leisten, weitere Jahre auf politische Entscheidungen zu warten. Die veränderte Versorgungsrealität und die gesellschaftlichen Anforderungen lassen dies nicht zu. Wir setzen daher eigene Impulse zur Weiterentwicklung des Medizinstudiums“, sagte Martina Kadmon, Präsidentin des MFT.
MFT und AWMF haben dazu Empfehlungen formuliert, mit denen sich zentrale Masterplanziele auch innerhalb der derzeit geltenden Approbationsordnung umsetzen lassen. Das Institut für medizinische und pharmazeutische Prüfungsfragen (IMPP) und die Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland (bvmd) haben sich an der Arbeit beratend beteiligt.
Wichtig ist nach Einschätzung von MFT und AWMF ein Curriculum zum wissenschaftlichen Denken und Handeln einschließlich eines Leistungsnachweises. Nur so ließen sich medizinischer Fortschritt, Leitlinienarbeit und qualitativ hochwertige Patientenversorgung nachhaltig sichern.
„Wissenschaftliches Denken und Handeln muss expliziter als bislang Gegenstand des Studiums sein. Diesbezügliche Kompetenzen sollten noch vor Beginn einer Dissertation in Form einer wissenschaftlichen Projektarbeit nachgewiesen werden“, sagte Rolf-Detlef Treede, Präsident der AWMF.
Außerdem empfehlen MFT und AWMF einen erleichterten Zugang zu ambulanten Lehr- und Lernangeboten sowie die Vermittlung und Prüfung praktischer Kompetenzen. Wichtig seien außerdem unter anderem verbesserte Lehr- und Lernbedingungen im Praktischen Jahr.
Zusätzlich werden neue relevante Themen – zum Beispiel Katastrophenmedizin oder Digitalität in der Medizin – in den Nationalen Kompetenzbasierten Lernzielkatalogs Medizin (NKLM) aufgenommen.
„Die Vorschläge ersetzen keine Reform der Approbationsordnung, mit der für die genannten Ziele eine höhere Verbindlichkeit erreicht und weitere Ziele adressiert werden könnten“, hieß es aus MFT und AWMF. Für eine solche Reform wären weiterhin zusätzliche finanzielle Mittel für die Medizinischen Fakultäten erforderlich, betonen sie.
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