Neue Forschungsallianz gegen Bauchspeicheldrüsenkrebs

Bonn/Berlin/Essen – Die Deutsche Krebshilfe fördert drei Forschungsprojekte zu Bauchspeicheldrüsenkrebs mit insgesamt 33,5 Millionen Euro. Die „Deutsche Allianz Pankreaskarzinom“ startet mit drei Forschungskonsortien, die an 23 universitären und außeruniversitären Standorten in Deutschland sowie jeweils drei Universitäten der USA und der Niederlande angesiedelt sind.
Gemeinsam arbeiten sie daran, das Pankreaskarzinom auf molekularer Ebene besser zu verstehen und daraus neue, personalisierte Therapiekonzepte zu entwickeln. Technologien wie Künstliche Intelligenz sollen helfen, Bauchspeicheldrüsenkrebs klinisch besser zu charakterisieren. Damit sollen Therapien in Zukunft individueller werden und bessere Ergebnisse zeigen.
„Trotz intensiver Forschung ist Bauchspeicheldrüsenkrebs nach wie vor eine der tödlichsten Krebsarten. Obwohl nur rund vier Prozent aller Krebsneuerkrankungen die Bauchspeicheldrüse betreffen, ist diese Tumorentität die vierthäufigste Krebstodesursache in Deutschland“, hieß es aus der Deutschen Krebshilfe.
Die Forschungsgruppen des Konsortiums „Entschlüsselung und therapeutisches Targeting des PDAC-Ökosystems (DEFEAT-PDAC)“ wollen die hohe molekulare Varianz zwischen verschiedenen Patienten und die sehr dichte Tumorumgebung bearbeiten. Letztere verhindert, dass Wirkstoffe zum Tumor durchdringen können. Die Projektleitung liegt bei Dieter Saur von der Klinik und Poliklinik für Innere Medizin II des Klinikums Rechts der Isar, München.
Im Zentrum des Konsortiums „ONCOverse: Patientenzentrierte und intuitive Evidenzgenerierung für Bauchspeicheldrüsenkrebs“ steht die Entwicklung einer Wissen generierenden digitalen Versorgungsplattform.
Auf dieser sollen Patienten alle relevanten Informationen zu ihrem Wohlbefinden, und Behandelnde alle Informationen zu Tumoreigenschaften und einzelnen Therapiefortschritten zusammentragen. So wollen die Forschenden ermitteln, welche Betroffenen durch welche Behandlungsmaßnahmen profitieren. Die Projektleitung hat Jens Siveke vom Universitätsklinikum Essen übernommen.
Im Projekt „Präzise und gezielte Bekämpfung von Bauchspeicheldrüsenkrebs durch generatives, KI-basiertes Protein-Design (PrepAIred)“ entwickeln Forschende unter Zuhilfenahme von Künstlicher Intelligenz kleine Proteine, die gewebespezifischen Barrieren besser überwinden können. Ziel ist es, neue Wirkstoffe herzustellen und so zielgerichtete Therapien gegen Bauchspeicheldrüsenkrebs zu ermöglichen. Die Projektleitung hat Gregor Hagelüken vom Universitätsklinikum Bonn.
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