Politik

Neue Grenzwertempfehlungen für problematische Arbeitsstoffe

  • Mittwoch, 8. Juli 2026
/nikomsolftwaer, stock.adobe.com
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Bonn – Die Ständige Senatskommission zur Prüfung gesundheitsschädlicher Arbeitsstoffe der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) hat ihre Empfehlungen zur Risikobewertung von am Arbeitsplatz verwendeten Stoffen überarbeitet.

Das Bundesarbeitsministerium (BMAS) prüft die neuen Maximalen Arbeitsplatzkonzentrationen (MAK) und Biologischen Arbeitsstofftoleranzwerte (BAT-Werte) und führt sie gegebenenfalls in gesetzliche Regelungen über.

Die MAK-Grenzwerte geben die Stoffmengen an, die als Gas, Dampf oder Aerosol in der Luft am Arbeitsplatz langfristig keinen Schaden verursachen.

Für die aktuellen Empfehlungen für Luftgrenzwerte änderte die Kommission die Bewertung des Risikos von zehn Arbeitsstoffen aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse. Unter anderem gibt es für Mangan und seine anorganischen Verbindungen eine Neubewertung.

„Für die Neubewertung konnten 50 neue Studien, darunter große epidemiologische Kohortenstudien aus Australien, Südafrika und den USA und auch MRT-Scans belasteter Gehirnareale herangezogen, zusammengeführt, korreliert und unter Berücksichtigung unserer Kriterien geprüft werden“, sagte Christoph van Thriel, Leiter der Arbeitsgruppe „Neurotoxizität und Sensorik“ der Ständigen Senatskommission.

Der Grenzwert ist für Beschäftigte in metallverarbeitenden Berufen von Bedeutung. Dort entstehen beispielsweise beim Schweißen Stäube und Dämpfe, die kleinste Manganpartikel enthalten können.

Die neuen Empfehlungen der Ständigen Senatskommission enthalten mit den BAT-Werten auch Konzentrationen von Arbeitsstoffen im Körper, denen ein Mensch sein Arbeitsleben lang ausgesetzt sein kann, ohne gesundheitlichen Schaden zu nehmen. Die Liste enthält Änderungen für sechs Substanzen, darunter Sevofluran, anorganische Lithiumverbindungen und Strontium.  

Insgesamt nahm die Kommission drei Substanzen neu in die Liste der Empfehlungen auf: Benzophenon, Melamin und p-Toluolsulfonsäure. Benzophenon ist eine chemische Verbindung, die unter anderem als Photoinitiator im Druckereiwesen, bei der chemischen Synthese oder als Duftstoff in kosmetischen Produkten eingesetzt wird.

Melamin dient der Herstellung von Melaminharzen, die als Kunststoffe oder Klebstoffe verwendet werden. p-Toluolsulfonsäure findet unter anderem Verwendung als Härter und Entkalkungsmittel. Zu allen überprüften Stoffen liegen ausführliche wissenschaftliche Begründungen vor.

Um die Empfehlungen auf dem neuesten wissenschaftlichen Stand zu halten, stehen die Vorschläge für Änderungen und Neuaufnahmen bis zum 31. Dezember 2026 zur Diskussion. Bis dahin können der Kommission neue Daten oder wissenschaftliche Kommentare vorgelegt werden. 

hil

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