Ärzteschaft

Neue Leitlinie zur Behandlung von Kindern mit chronischen Schmerzen

  • Freitag, 27. März 2026
/HENADZY, stock.adobe.com
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Witten/Herdecke – Die Deutsche Schmerzgesellschaft hat eine neue S2k-Leitlinie „Stationäre Interdisziplinäre Multimodale Schmerztherapie (IMST) bei Kindern und Jugendlichen“ vorgestellt. Zwölf weitere Fachgesellschaften und Patientenorganisationen haben sich daran beteiligt.

„In Deutschland leiden sieben Prozent der acht- bis 17-Jährigen – also etwa 500.000 Kinder und Jugendliche – an so starken andauernden oder wiederkehrenden Schmerzen, dass sie in ihrem Alltag und in der Schule stark eingeschränkt sind“, hieß es aus dem Deutschen Kinderschmerzzentrum an der Vestischen Kinder- und Jugendklinik Datteln der Universität Witten/Herdecke.

Werde die chronische Schmerzerkrankung nicht oder falsch behandelt, könne sie bis ins Erwachsenenalter fortbestehen und enorme negative Folgen für die Betroffenen und die Gesellschaft haben.

„Ziel der Behandlung ist es vor allem, die Einschränkungen durch den Schmerz zu verringern, damit Kinder und Jugendliche wieder aktiv am Alltag teilnehmen können“, erläutert die Leitlinienkoordinatorin und wissenschaftliche Leitung des Kinderschmerzzentrums, Julia Wager. Die effektivste Behandlungsmethode für schwere chronische Schmerzerkrankungen bei Kindern sei die stationäre IMST. 

Diese sollte laut Leitlinie in einer Klinik für Kinder und Jugendliche stattfinden. „Die Patientinnen und Patienten sollten entsprechend ihres Alters und Geschlechts zusammen mit anderen schmerzkranken Kindern und Jugendlichen in gemeinsamen, altersentsprechend gestalteten und ausgestatteten Räumlichkeiten untergebracht und von pädiatrisch geschultem Personal betreut werden, um den jeweiligen psychosozialen und entwicklungsspezifischen Bedürfnissen gerecht zu werden“, heißt es in der Leitlinie.

Die Patienten sollten dafür mindestens sechs Jahre alt sein. Die stationäre Therapie starte sinnvollerweise mit einem multidimensionalen Schmerzassessment. Dieses Assessment sollte nach sechs und nach zwölf Monaten wiederholt werden, um den Erfolg der Therapie zu kontrollieren. „Schulbesuch und sportliche Aktivitäten sollen wieder möglich werden und die Kinder sollen Freude am Lernen und am Leben haben“, so Wager.

hil

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