Vermischtes

Neue S3-Leitlinie soll Früherkennung entzündlicher Rückenschmerzen verbessern

  • Dienstag, 12. August 2014
Uploaded: 12.08.2014 18:35:12 by mis
dpa

Düsseldorf – Viele Patienten mit entzündlichen Rückenschmerzen leiden oft jahrelang, ohne dass die richtige Diagnose gestellt wird. Darauf hat die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) hingewiesen. Eine neue S3-Leitlinie, die unter Leitung der DGRh entstanden ist, soll die Situation künftig verbessern.

Chronische Rückenschmerzen entstehen der Fachgesellschaft zufolge meist durch überstrapazierte oder einseitig belastete Muskeln, Sehnen und Bänder. Aber auch eine rheumatisch-entzündliche Erkrankung der Wirbelsäule kann Grund für Schmerzen sein. Betroffen davon sind laut DRGh rund eine Million Menschen in Deutschland, die an der sogenannten axialen Spondyloarthritis (SpA) leiden, deren bekannteste Unterform der Morbus Bechterew (ankylosierende Spondylitis) ist.

„Zwischen dem Auftauchen erster Symptome einer SpA und der Diagnose liegen im Durchschnitt mehrere Jahre“, sagte Uta Kiltz vom Rheumazentrum Ruhrgebiet in Herne und Autorin der neuen DGRh-Leitlinie. Erste Symptome der Erkrankung seien tiefsitzende, häufig nächtlich auftretende Rückenschmerzen und eine Steifigkeit der Wirbelsäule.

„Die Erkrankung äußert sich meist erstmals im zweiten bis dritten Lebensjahrzehnt“, erklärte Kiltz. „Bei Patienten, die jünger als 45 Jahre alt sind und länger als drei Monate an chronischen Rückenschmerzen leiden, sollte der behandelnde Arzt unbedingt der Frage nachgehen, ob eine Entzündung dahintersteckt“, so die Expertin.

Sprächen die Symptome für eine SpA, sei eine Überweisung an einen Rheumatologen angebracht. Denn es gelte: Je früher der Patient effektiv therapiert wird, umso besser. „Die DGRh empfiehlt Betroffenen eine Kombination aus Medikation, Bewegung sowie einer Patientenschulung“, betonte Matthias Schneider vom Universitätsklinikum Düsseldorf.

hil

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