Neue S3-Leitlinie zur pertrochantären Oberschenkelfraktur

Berlin – Die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) hat zusammen mit zahlreichen weiteren Fachgesellschaften und Organisationen eine S3-Leitlinie zu pertrochantären Oberschenkelfrakturen vorgestellt. Sie ist ein Upgrade einer seit 2019 abgelaufenen S2e-Leitlinie zum Thema.
Der Innovationsausschuss beim Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) hat die Arbeit an der Leitlinie gefördert. Sie soll in Kürze über die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) erscheinen, ist aber für Interessierte bereits jetzt über den Ergebnisbericht des Innovationsfonds-Projekts verfügbar.
Bei pertrochantären Oberschenkelfrakturen geht die Bruchzone durch den Trochanter. Diese Form der hüftgelenksnahen Oberschenkelbrüche kommt sehr häufig vor, betroffen sind hauptsächlich Ältere. Die in der Leitlinie konsentierten Behandlungsempfehlungen greifen im ersten Kapitel unter anderem aktuelle Entwicklungen wie eine Analgesie mittels peripheren Nervenblock und die besondere Vulnerabilität der Patientinnen und Patienten auf. Sie empfehlen zum Beispiel, nach Möglichkeit eine Vertrauensperson einzubinden.
Im Kapitel 2 stellt die Leitliniengruppe die klinische Versorgung von Diagnostik und Therapie bis zur stationären Nachbehandlung dar. Die praxisnahen Handlungsempfehlungen umfassen unter anderem den Einsatz der bildgebenden Verfahren, die Entscheidung für die angezeigte Therapiemaßnahme, die Wahl der adäquaten operativen Stabilisierungsverfahren in Abhängigkeit des Frakturtyps sowie die Belastungsfähigkeit des operierten Beines. Wichtige Entscheidungen betreffen unter anderem den OP-Zeitpunkt und den Umgang mit antikoagulierten Patienten.
Besonderes Augenmerk legt die Leitliniengruppe auf das gemeinsame Management der Erkrankung durch Fachkräfte aus der Orthopädie sowie der Geriatrie.
Die Leitlinie schließt mit Handlungsempfehlungen zur akutstationären Nachbehandlung. Die Arbeitsgruppe spricht unter anderem Empfehlungen zu den Rehabilitationszielen und zur frühzeitigen Mobilisation, zum Entlassmanagement und zu spezifischen therapeutischen Interventionen aus.
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