Neuer Sonderforschungsbereich zu Immunreaktionen nach Stammzelltransplantation
Regensburg – Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat einen neuen übergreifenden Sonderforschungsbereich (SFB) der Universität Regensburg, der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, der Julius-Maximilian Universität Würzburg sowie der Universitätskliniken Regensburg, Erlangen und Würzburg bewilligt.
Der Forschungsverbund „Modulation der Transplantat-gegen-Wirt- und Transplantat-gegen-Leukämie- Immunreaktionen nach allogener hämatopoetischer Stammzelltransplantation” erhält für vier Jahre von 2018 bis 2021 insgesamt 14 Millionen Euro. Sprecher des SFB ist Wolfgang Herr, Inhaber des Lehrstuhls für Hämatologie und Onkologie und Direktor der Klinik und Poliklinik für Innere Medizin III an der Universität Regensburg.
„Die Bewilligung eines neuen Sonderforschungsbereichs in der Medizin beweist einmal mehr die enorme Forschungsstärke der Lebenswissenschaften an der Universität Regensburg“, kommentierte der Präsident der Universität Regensburg, Udo Hebel, die Entscheidung der DFG.
Die allogene Blutstammzelltransplantation ist für viele Patienten mit Leukämien und Lymphomen die einzig kurative Therapieoption. Ihre Wirksamkeit beruht auf dem Transplantat-gegen-Leukämie (Graft-versus-Leukemia: GvL)-Effekt, der durch die Immunzellen des Stammzellspenders vermittelt wird.
Der Effekt ist nicht bei allen Patienten von ausreichender Stärke, um ein Leukämie- beziehungsweise Lymphom-Rezidiv nach einer allogenen Blutstammzelltransplantation zu verhindern. Auch tritt der Effekt häufig zusammen mit der unerwünschten Transplantat-gegen-Wirt-Erkrankung (Graft-versus-Host Disease: GvHD) auf, bei der die Immunzellen des Spenders gesundes Körpergewebe des Patienten attackieren. Innerhalb der ersten fünf Jahre nach der Transplantation sterben etwa 60 Prozent der Patienten an den Folgen der GvHD oder am Leukämierezidiv.
Die Wissenschaftler wollen im Rahmen des SFB innovative immunmodulatorische Strategien für die spezifische Verstärkung des Transplantat-gegen-Leukämie (graft-versus-leukemia: GvL)-Effektes und für die selektive Abschwächung der Transplantat-gegen-Wirt-Erkrankung (graft-versus-host disease: GvHD) entwickeln. Die resultierenden Behandlungskonzepte sollen außerhalb des SFB in klinischen Studien getestet werden. Ziel ist letztlich, die Morbidität und Mortalität bei der allogenen Blutstammzelltransplantation zu senken.
Sonderforschungsbereiche sind langfristige Forschungseinrichtungen, in denen Wissenschaftler im Rahmen eines fächerübergreifenden Forschungsprogramms zusammenarbeiten.
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