Neues Diagnosesystem ermöglicht rasche Typisierung von Influenza-Subtypen

Mainz – Ein neues chipbasiertes Diagnosesystem, welches Influenza-Subtypen automatisiert typisieren soll, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Mikrotechnik und Mikrosysteme in Mainz entwickelt. Das Bundesministerium für Forschung und Technik fördert das Projekt namens „Multiplex-basierter Point-of-Care Nachweis von Erregern mit pandemischem Potenzial“, (Panplex). An dem Vorhaben arbeitet auch das Unternehmen r-Biopharm AG mit.
Bisher müssen die Proben zur Typisierung bekanntlich in ein Labor geschickt werden – mehrere Stunden oder gar Tage vergehen im Rahmen der Untersuchung. „Ziel ist es, schnell genaue Aussagen über die Grippeart treffen zu können, um schneller reagieren und gezielter behandeln zu können“, erläuterte der Projektleiter Tobias Schunck die Zielsetzung von Panplex.
Die Wissenschaftler haben ihre Entwicklung jetzt erstmals erfolgreich getestet. „Wir konnten zeigen, dass der Nachweis verschiedener Influenzasubtypen zuverlässig funktioniert“, so Schunck. In der verbleibenden Restprojektlaufzeit sollen noch weitere Prozessschritte in das Gerät integriert und Messdaten validiert werden. Die Wissenschaftler wollen das Panplex-System jetzt in klinischen Tests an der Universitätsklinik Aachen weiter prüfen.
Schunck betonte, das die Konzeption des Systems es erlaubt, die Diagnoseplattform je nach Bedarf auch an andere Erreger anzupassen. „Jegliche Art von Erregern können so nachgewiesen werden, was im Kampf gegen epi- und pandemische Krankheiten den entscheidenden Vorteil bringen kann“, hieß es aus der Arbeitsgruppe.
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