Neues Forschungsprojekt in Würzburg zu Pilzinfektionen am Auge

Würzburg – Die Mechanismen von Pilzinvasionen der Hornhaut am Auge und neue Ansätze für eine gezieltere Therapie untersucht eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe am Universitätsklinikum Würzburg.
Die Pilzkeratitis, eine durch Pilze verursachte Infektion der Hornhaut, gehört zu den schwerwiegendsten Erkrankungen der Augenoberfläche. Bei unzureichender Behandlung kann sie zu bleibenden Hornhautschäden, erheblichen Seheinschränkungen und im schlimmsten Fall zum Verlust des Sehvermögens führen.
Besonders gefährdet sind Personen, die Kontaktlinsen tragen, Menschen nach Augenverletzungen – insbesondere durch Pflanzenmaterial – sowie solche mit vorgeschädigter Hornhaut oder geschwächtem Immunsystem.
Die Behandlung gilt als besonders anspruchsvoll, da viele Antimykotika die Hornhaut nur unzureichend durchdringen. Dadurch sind die Erreger am Infektionsort schwer zu erreichen. Die Folge sind langwierige Therapien mit sehr häufiger Anwendung der Medikamente, die für die Betroffenen belastend sind und dennoch nicht immer den gewünschten Erfolg bringen.
An dem interdisziplinären Projekt beteiligt sich die Arbeitsgruppe um Malik Salman Haider aus der Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde und sowie das Institut für Hygiene und Mikrobiologie in Würzburg.
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert das Projekt mit 500.000 Euro. Im Fokus stehen Fusarium-Pilze. Diese sind in der Umwelt weit verbreitete Schimmelpilze und zählen zu den häufigsten Erregern pilzbedingter Hornhautinfektionen.
Entsprechend gehören Menschen, die beruflich häufig mit Erde und Pflanzenmaterial in Kontakt kommen, wie Gärtnerinnen und Gärtner oder Landwirtinnen und Landwirte, zu den besonders gefährdeten Gruppen.
Parallel zu den Untersuchungen der biologischen Mechanismen der Pilzinfektion entwickeln die Forschenden neuartige Nano-Wirkstoffträger auf Polymerbasis. Diese sollen die Eigenschaften bestehender, klinisch relevanter Antimykotika verbessern und ihre Verfügbarkeit am Infektionsort in der Hornhaut erhöhen.
„Durch die Verknüpfung mechanistischer Untersuchungen der Pilzinvasion mit der Entwicklung verbesserter antimykotischer Formulierungen wollen wir neue Erkenntnisse liefern und eine solide präklinische Grundlage für wirksamere Behandlungsmöglichkeiten der Pilzkeratitis schaffen“, sagte Oliver Kurzai, Vorstand des Instituts für Hygiene und Mikrobiologie der Julius-Maximilians-Universität Würzburg und Leiter des Nationalen Referenzzentrums für invasive Pilzinfektionen.
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