Neues Kooperationsprojekt soll Versorgung bei Sepsis verbessern

Leipzig – Die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit einer Sepsis verbessern soll ein neues Projekt unter Leitung der Universitätsmedizin Leipzig (UKL). Der Innovationsausschuss beim Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) fördert das Vorhaben namens „optiSEP – Transsektorale Optimierung der Versorgungsprozesse bei Sepsis auf Basis interoperabler Routinedaten“ mit 7,5 Millionen Euro.
„Mit optiSEP schaffen wir die Voraussetzungen, moderne Diagnostik, digitale Datenströme und strukturierte Behandlungspfade so zu verbinden, dass Patientinnen und Patienten schneller und zielgerichteter profitieren. Unser Anspruch ist es, die Versorgungskette nicht nur zu analysieren, sondern konkret so zu verbessern, dass an den Schnittstellen weniger Information verloren geht und die Behandlungsqualität messbar steigt“, erläuterte die Konsortialführende Alexandra Ramshorn-Zimmer, Leiterin des Klinischen Prozessmanagements am UKL.
Kern des Projekts ist die digital verknüpfte, interoperable Nutzung von Routinedaten aus allen Phasen der Patientenbehandlung. Auf dieser Grundlage wollen die Beteiligten datengestützte Entscheidungshilfen entwickeln, um gefährliche Verläufe früher zu erkennen und klinische Entscheidungen schneller zu unterstützen.
Ergänzend sollen standardisierte Behandlungspfade sicherstellen, dass die aktuellen evidenzbasierten Sepsisleitlinien im gesamten Versorgungsprozess einheitlich und zuverlässig umgesetzt werden. Ein patientenzentriertes Nachsorgekonzept zielt darauf ab, Langzeitfolgen nach überstandener Sepsis zu reduzieren.
„Sepsis kennt keine Sektorengrenzen. Für eine erfolgreiche Behandlung müssen Rettungsdienst, Notaufnahme, Intensivstation und Rehabilitation nahtlos ineinandergreifen“, erläutert Felix Walcher, Direktor des Instituts für Public Health in der Akutmedizin an der Universitätsmedizin Magdeburg.
An dem Vorhaben beteiligen sich außerdem Thorsten Brenner, Direktor der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin am Universitätsklinikum Essen, Sabine Blaschke, Ärztliche Leitung, Zentrale Notaufnahme an der Universitätsmedizin Göttingen und Rainer Röhrig, Direktor des Instituts für Medizinische Informatik, Universitätsklinikum RWTH Aachen.
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