Neues Projekt zur Xenotransplantation in der klinischen Anwendung

Hannover – An der Verwendung von gentechnisch veränderten Organen des Schweins zu Transplantationszwecken forscht eine interdisziplinäres Team der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). Das Förderprogramm „Zukunft.Niedersachsen“ unterstützt das Vorhaben namens „Xenotransplantation in Niedersachsen“ (XeNid) mit rund vier Millionen Euro.
„Der Mangel an geeigneten Spenderorganen ist einer unserer größten klinischen Herausforderungen“, sagte Moritz Schmelzle, Direktor des MHH-Transplantationszentrums. Man sehe es als dringliche Aufgabe, Innovationen in der Transplantationsmedizin voranzutreiben, die diesem Mangel entgegenwirken könnten. In Hannover werden jährlich 300 bis 400 Organe transplantiert – insbesondere Nieren, Lungen, Lebern und Herzen.
„Wir wollen Ressourcen, Methoden und Konzepte etablieren, damit genetisch veränderte Schweineorgane menschliche Organe zeitweise ersetzen können, bis ein menschliches Organ zur Verfügung steht“, erläuterte André Bleich, Leiter des MHH-Instituts für Versuchstierkunde und des Zentralen Tierlaboratoriums der MHH. Er koordiniert das Vorhaben gemeinsam mit Philipp Felgendreff von der MHH-Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie.
Ziel von XeNid ist unter anderem, Menschen mit akutem Leberversagen eine Leberdialyse mit genetisch modifizierten Schweinelebern zu ermöglichen. Zudem will das Team die Transplantation von Schweineherzklappen verbessern, die mit menschlichen Zellen besiedelt werden, damit es nicht mehr zu chronischen Abstoßungsreaktionen kommt.
„Wir hoffen, dass die Xenotransplantation eine geeignete Therapieoption für Menschen wird, die dringend ein rettendes Organ brauchen und denen aufgrund des Mangels an menschlichen Spenderorganen die Zeit wegläuft“, so Felgendreff.
In Deutschland werden Xenotransplantationen ganzer Organe an Patientinnen und Patienten laut der MHH noch nicht durchgeführt. In den USA gebe es aber erste klinische Anwendungen als individuelle Heilversuche für Patienten.
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