Neues Register für chronische Rhinosinusitis gestartet

Bonn – Die Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie (DGHNO-KHC) und der Ärzteverband Deutscher Allergologen (AeDA) haben das „Deutsche Register für Chronische Rhinosinusitis“ (CRS-Register) gestartet. Es soll die Diagnostik, Therapie und den Krankheitsverlauf bei Menschen mit chronischer Rhinosinusitis prospektiv erfassen.
Chronische Nasennebenhöhlenentzündungen sind eine weit verbreitete Erkrankung – dennoch fehlen nach Angabe der Fachverbände bislang strukturierte Daten zur Wirksamkeit verschiedener Behandlungsansätze bei unterschiedlichen Ausprägungen. Diese Lücke soll das Register schließen. Dazu sollen Gesundheitsinformationen von CRS-Betroffenen prospektiv erfasst und über viele Jahre hinweg analysiert werden.
„Das Deutsche CRS-Register ist ein weltweit einmaliges Projekt, dass in idealer Weise moderne digitale Tools für die Krankheitsbegleitung mit Künstlicher Intelligenz in der Verarbeitung der riesigen Datenmengen verbindet“, erläuterten die beiden Leiter des Projekts, Ludger Klimek für den AeDA und Sven Becker für die DGHNO-KHC. Dies soll die Grundlage schaffen, um mit den gewonnenen Daten künftige Leitlinien, Therapieentscheidungen und Forschungsprojekte zu ermöglichen und zielgerichteter zu gestalten.
Das Register wurde laut Klimek und Becker vollständig aus Eigenmitteln ohne öffentliche Förderung oder Sponsorengelder finanziert. „Damit können wir die Unabhängigkeit und Neutralität garantieren – das CRS-Register dient allein der Wissenschaft und unseren Patientinnen und Patienten“, so die Initiatoren.
Die Datenerfassung erfolgt digital: Ärztinnen und Ärzte geben alle relevanten Informationen direkt während der Konsultation über eine Eingabemaske ein. Die erfassten Daten können anschließend als Arztbrief oder strukturierter Bericht exportiert und in das Praxis- oder Klinikdokumentationssystem integriert werden.
Zusätzlich werden die Patienten aktiv eingebunden: Sie dokumentieren ihre Symptome in einem digitalen Tagebuch und beantworten begleitende Fragebögen über eine Smartphone-App.
Die deutschlandweite prospektive Datenerhebung startet im Frühjahr 2026. Die beiden Fachverbände laden aber bereits jetzt Ärzte ein, sich an dem Register zu beteiligen und den Start in ihrer Praxis oder ihrem Zentrum vorzubereiten.
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