Neues Uveitis-Zentrum an der Universitäts-Augenklinik in Mannheim

Mannheim – Ein neues Zentrum, das die Forschung zu Uveitis voranbringen und die Versorgung der Augenkrankheit verbessern soll, hat die Augenklinik der Universitätsmedizin Mannheim gegründet. Ermöglicht wurde das Zentrum durch eine 2,5-Millionen-Euro-Spende der Dr. Rolf M. Schwiete Stiftung.
Eine Uveitis ist eine Gruppe von seltenen, entzündlichen Erkrankungen im Inneren des Auges, die häufig zu Sehverlust und Erblindung führen. Der Name leitet sich von Uvea ab, der Gefäßhaut, die wichtig für die Versorgung des Auges mit Blut und Nährstoffen ist. Bei einer Uveitis geht die Entzündung von verschiedenen Teilen der Gefäßhaut aus.
Eine Uveitis kann infektiöse Ursachen haben, ausgelöst durch Viren oder Bakterien. Die meisten Fälle werden jedoch durch nicht-infektiöse Auslöser wie Autoimmunerkrankungen verursacht. Die nicht-infektiöse Uveitis verläuft häufig chronisch und trifft besonders Menschen im mittleren Erwachsenenalter. Schwere Verläufe der chronischen Uveitis benötigen immer eine langfristige Immunsuppression. Allerdings gibt es dafür nur wenige zugelassene Medikamente und keine evidenzbasierten Empfehlungen, wann eine Therapie reduziert oder ausgeschlichen werden kann.
Im Uveitis-Register TOFU („Treatment Exit Options For non-infectious Uveitis“) werden seit sechs Jahren Krankheitsverläufe von Uveitis-Patientinnen und -Patienten langfristig erfasst. Die erhobenen Daten dienen dazu, Empfehlungen für Therapieleitlinien zu erarbeiten und damit eine bessere Standardisierung der Uveitis-Therapie zu erzielen. Das neue Zentrum und seine Förderung sichern nun den Weiterbetrieb des Registers.
Neben einer Reihe von Forschungsprojekten zu bildbasierten Biomarkern, Vorhersage von Krankheitsverläufen und Therapieansprechen werden im Schwiete Uveitis-Zentrum die Uveitis-Registerdaten erforscht und daraus Leitlinien entwickelt, die zu einer höheren Standardisierung der Therapie und besseren Ergebnissen führen sollen.
„Die Daten werden uns unter anderem Aufschluss darüber geben, wann wir gefahrlos eine medikamentöse Therapie beenden können. Wir gehen stark davon aus, dass damit unnötig lange, belastende Therapien vermieden werden, die heute noch häufig sind, da es keine verlässlichen Daten dazu gibt“, erläutert Robert Finger, Direktor der Augenklinik der Universitätsmedizin Mannheim.
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