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Neues Versorgungsprojekt zur strukturierten Migränebehandlung

  • Donnerstag, 29. Mai 2025
/fizkes, stock.adobe.com
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München – Die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) startet im Juni das Versorgungsprojekt „MIGRA-MD – Strukturierte fachärztliche Migräneversorgung – multimodal und digital“. Die Fachgesellschaft will Lücken in der Migräneversorgung schließen und setzt dazu auf digitale Hilfsmittel, Patientenedukation und eine Betreuung, die sich stärker an den vorhandenen Leitlinien orientiert.

„MIGRA-MD soll eine leitliniengerechte, patientenzentrierte und deutschlandweite Behandlung etablieren, die sowohl Ärztinnen und Ärzte als auch Betroffene durch technologische Innovationen unterstützt“, sagte Ruth Ruscheweyh, DMKG-Präsidiumsmitglied und Leiterin des Projektkonsortiums am Klinikum der Ludwigs-Maximilians-Universität München. 

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) fördert das Vorhaben aus dem Innovationsfonds mit mehr als fünf Millionen Euro. Ein Kernelement von MIGRA-MD ist der Ausbau der digitalen Plattformen DMKG-App und DMKG-Kopfschmerzregister.

Mit der DMKG-App dokumentieren Patienten vor dem ersten Arzttermin ihre Symptome im elektronischen Kopfschmerzkalender und ergänzen diese Angaben durch einen webgestützten Fragebogen zu Vorbehandlungen und Begleiterkrankungen. Diese Daten fließen ins DMKG-Kopfschmerzregister, zu dem die behandelnden Ärztinnen und Ärzte als Vorbereitung auf das Patientengespräch Zugriff erhalten.

Das Projekt umfasst außerdem die Schulung und Qualifizierung teilnehmender Ärztinnen und Ärzte: Sie durchlaufen eine von der DMKG zertifizierte Schulung zur leitliniengerechten Migränetherapie oder erwerben das umfassende Kopf- und Gesichtsschmerzzertifikat der DMKG. 

Außerdem geht es bei dem Projekt MIGRA-MD um die nicht medikamentöse Prophylaxe. „Psychosoziale Faktoren wie hohe Stressbelastung, zu wenig Pausen im Alltag, Angst vor Attacken, depressive Stimmung oder Bewegungsmangel können sich negativ auf Kopfschmerzen auswirken“, erklärte Ruscheweyh.

MIGRA-MD soll dazu ein standortunabhängiges, digitales Portal mit videobasierten Anleitungen für Entspannungstechniken, physiotherapeutischen Übungen und edukativen Inhalten zu Stressmanagement oder medizinischen Themen wie dem richtigen Einsatz von Medikamenten bereitstellen.

hil

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