Medizin

Neurodermitis: Keine Evidenz für Borretsch- oder Nachtkerzenöl

  • Dienstag, 30. April 2013

Duluth – Borretsch- oder Nachtkerzenöl, die als Kapseln oder in flüssiger Form als Naturheilmittel zur Behandlung der Neurodermitis angeboten werden, haben in klinischen Studien keinen nachweisbare Wirkung erzielt, wie US-Dermatologen in der Cochrane Library (2013; doi: 10.1002/14651858.CD004416.pub2) berichten.

Das Team um Joel Bamford von Essential Health System, einem Gesundheitsanbieter mit Sitz in Duluth/Minnesota, konnte insgesamt 27 Studien mit 1.596 Patienten (Erwachsene und Kinder) aus 27 Ländern ausfindig machen, in denen die Wirkung von Borretsch- oder Nachtkerzenöl mit Placebo verglichen wurde. Die Patienten wurden in den Studien über 3 bis 24 Wochen behandelt. Eine Meta-Analyse war nur für Nachtkerzenöl möglich.

Das Naturheilmittel war weder in den Angaben der Patienten zu den allgemeinen Ekzembeschwerden noch in der Bewertung durch den Arzt einer Behandlung mit Placebo signifikant überlegen, schreibt Bamford. Den gleichen Eindruck vermittelten die Ergebnisse der einzelnen Studien zum Borretschöl, die sich aufgrund großer Unterschiede in der Darstellung der Ergebnisse nicht zusammenfassen ließen.

Die große Beliebtheit beider Medikamente erklärt sich Bamford zufolge einmal durch den Leidensdruck der Patienten und zum anderen aus dem Wunsch, den Einsatz von Steroiden und anderen Externa zu vermeiden. Dabei sind Borretsch- oder Nachtkerzenöl keinesfalls frei von Nebenwirkungen. Beide Mittel können zu gastrointestinalen Beschwerden führen. Für Nachtkerzenöl sind zudem Wechselwirkungen mit oralen Antikoagulanzien wie Marcumar bekannt, die das Blutungsrisiko steigern.

rme

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