Niedergelassene gründen neue Interessengemeinschaft
Frankfurt/Main – Niedergelassene Ärzte, Fachärzte, Zahnärzte und Vertreter anderer Heilberufe haben sich heute in Frankfurt am Main zur Gründung einer „Interessengemeinschaft Medizin“ (IG med) getroffen. Sie wollen sich unabhängig von den bestehenden Selbstverwaltungsstrukturen und Fachverbänden mit grundlegenden Forderungen für die Verbesserung der finanziellen und Arbeitsbedingungen in ihren Praxen sowie der Gesundheitsgesetzgebung Gehör verschaffen, wie die Internistin und neue Vorsitzende Ilka Enger aus Neutraubling in der Oberpfalz sagte. Stellvertreter sind Steffen Grüner, Allgemeinmediziner aus Osnabrück, und Annette Appel, Zahnärztin aus Göttingen.
Die Gründung der „IG med“ sei eine Antwort darauf, dass Ärzte mit ihrer Kritik an den gesundheitlichen Versorgungsstrukturen nicht mehr gehört würden, sagte Enger. Die bestehenden Selbstverwaltungsstrukturen stünden unter dem Regulierungsdruck der Politik und der Krankenkassen und könnten die ärztlichen Interessen nicht angemessen durchsetzen, hieß es in der Gründungsdebatte.
„Politiker wissen offenbar besser als wir Ärzte selbst, wie eine Arztpraxis zu führen ist“, sagte der Allgemeinmediziner Steffen Grüner aus Westerkappeln in Nordrhein-Westfalen, der, wie auch der Zahnarzt Rolf Mahlke aus Willingen in Niedersachsen, ebenfalls zu den Initiatoren gehört.
Aus der „IG med“ heraus soll später in einem weiteren Schritt eine „Ärztegewerkschaft“ gegründet werden. Enger, die dem Bayerischen Facharztverband vorsitzt und Mitglied der Vertreterversammlung der KV Bayerns ist, kann sich auch vorstellen, die Zwangsmitgliedschaften in den Ärztekammern durch „freie Kammern“ zu ersetzen.
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