Nigeria meldet ersten Ebola-Fall

Lagos – In der Ebola-Epidemie in Zentralafrika hat nun auch Nigeria einen ersten Fall gemeldet. Eine unlängst per Flugzeug aus Uganda eingereiste Frau sei in ein Krankenhaus eingeliefert worden, teilte das Gesundheitsministerium des bevölkerungsreichsten Landes Afrikas mit.
Dort sei sie mehrere Tage behandelt worden, bevor sich die Diagnose bestätigt habe. Die Regierung forderte alle Gesundheitseinrichtungen des Landes zu „höchster Alarmbereitschaft“ auf. Es ist der erste festgestellte Ebola-Fall in Nigeria seit 2014.
Nach Angaben des nigerianischen Gesundheitsministers Muhammad Ali Pate befindet sich die Frau „in Isolation“ und wird medizinisch versorgt. Zudem habe die Rückverfolgung ihrer Kontaktpersonen begonnen, teilte er mit. Bislang wurden demnach „44 enge Kontaktpersonen“ identifiziert, darunter Gesundheitsmitarbeiter, Patienten und Reisende.
Ugandas Gesundheitsministerium erklärte unterdessen gestern am späten Abend, dass eine Reise durch Uganda „nicht zwangsläufig bedeutet, dass die Infektion dort erfolgt ist“. In dem Land gebe es „keine bestätigten aktiven Ebola-Fälle“, hieß es.
Die derzeitige Ebola-Epidemie war Mitte Mai in der Demokratischen Republik Kongo offiziell festgestellt worden. In dem Land sind inzwischen mehr als 9.000 Fälle gemeldet worden. Mehr als 4.380 Menschen starben. In Kenia wurde derweil gestern der neunte Fall im Land gemeldet. Die USA rieten daraufhin ihren Bürgern wegen „gesundheitlicher Risiken“ vor Reisen in das ostafrikanische Land ab.
Verursacht wird die aktuelle Epidemie von der Ebola-Variante Bundibugyo. Anders als gegen die Zaire-Variante gibt es dagegen bislang weder einen zugelassenen Impfstoff noch eine zugelassene Behandlung. Mehrere Mittel befinden sich derzeit in der Erprobung.
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