Non-amnestische MCI bei Herzkranken häufiger
Rochester – Kardiale Erkrankungen im Alter begünstigen die Entwicklung kognitiver Störungen. Das Risiko war in einer prospektiven Beobachtungsstudie in JAMA Neurology (2013; doi: 10.1001/.jamaneurol.2013.607) jedoch auf die non-amnestische MCI (Mild cognitive impairment) beschränkt, die kein Vorläufer einer späteren Alzheimer-Erkrankung ist.
Leichte kognitive Beeinträchtigungen (MCI) äußern sich im Alter nicht allein durch Probleme mit dem Gedächtnis. Auch Wortfindungsstörungen, Aufmerksamkeitsdefizite und eine zunehmende Desorientierung sind häufig. Stehen sie im Vordergrund, sprechen Demenzforscher wie Ronald Petersen von der Mayo Clinic in Rochester von einer non-amnestischen MCI. Die Unterscheidung ist wichtig, da die non-amnestische MCI in der Regel nicht zu einer Demenz fortschreitet. Ihre Ursache wird eher in Störungen der zerebralen Durchblutung vermutet, weshalb die Ergebnisse der Arbeitsgruppe Petersen nicht überraschen.
Das Team hat die Daten der Mayo Clinic Study of Aging ausgewertet, die eine Gruppe von 2.719 über 70-Jährigen aus dem Olmsted County in Minnesota begleitet, die alle 15 Monate untersucht werden. Von den 669 Teilnehmern mit bekannten Herzkrankheiten haben in den ersten vier Jahren 8,8 Prozent eine non-amnestische MCI entwickelt. Die Rate war doppelt so hoch wie bei den herzgesunden Patienten.
Nach Berücksichtigung der Begleitumstände ermitteln Rosebud Roberts und Mitarbeiter ein um 77 Prozent erhöhtes Risiko. Interessanterweise war der Zusammenhang bei Frauen (Hazard Ratio 3,07) sehr viel deutlicher ausgeprägt als bei Männern, wo nur ein nicht signifikanter Trend gefunden wurde (Hazard Ratio 1,16).
Roberts geht jedoch nicht von einem geschlechtsspezifischen Phänomen aus. Denn die non-amnestischen MCI war bei Herzkranken in beiden Geschlechtern gleich häufig. Die Unterschiede in den Hazard Ratios beruhen darauf, dass kognitive Beeinträchtigungen bei den herzgesunden Frauen sehr viel seltener waren als bei herzgesunden Männern, was Roberts auf die schnelleren biologische Alterung des Gehirns bei Männern zurückführt.
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