Nutzen der irreversiblen Elektroporation bei Prostatakrebs nicht belegt
Hamburg – Gegen „ungerechtfertigte Werbung für die Außenseitertherapie ‚irreversible Elektroporation‘ (IRE)“ wehrt sich die Deutsche Gesellschaft für Urologie (DGU). Sie werde in den Medien als schonende Methode dargestellt, die beim Prostatakrebs Potenz und Schließmuskelfunktion nicht beeinträchtige und bei der die Harnröhre ebenso erhalten bleibe wie die Erektionsfähigkeit.
„Zur Therapie von Prostatakrebs mittels dieser Methode finden sich in wissenschaftlichen Literaturdatenbanken lediglich 18 Publikationen. Diese beschreiben die technischen Grundlagen der Methodik oder Protokolle neuer Studien, die sich noch in Planung befinden“, sagte Oliver Hakenberg, Generalsekretär der DGU und Direktor der Klinik für Urologie der Universität Rostock. Lediglich zwei Arbeitsgruppen beschrieben kurzfristige Behandlungsergebnisse und gingen dabei auf die Durchführbarkeit und auf kurzfristige Behandlungsnebenwirkungen ein. Mittel- oder langfristige Ergebnisse zur Wirksamkeit und zu Nebenwirkungen lägen nicht vor, so Hakenberg.
„Niemand kann daher zum gegenwärtigen Zeitpunkt irgendeine Aussage dazu machen, ob diese Methode überhaupt in der Lage ist, einen Prostatakrebs therapeutisch zu beeinflussen, noch viel weniger ist klar, ob sie anderen Behandlungsmethoden überlegen ist“, stellt der DGU-Generalsekretär klar.
Diskutieren Sie mit
Werden Sie Teil der Community des Deutschen Ärzteblattes und tauschen Sie sich mit unseren Autoren und anderen Lesern aus. Unser Kommentarbereich ist ausschließlich Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.
Anmelden und Kommentar schreiben
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien. Der Kommentarbereich wird von uns moderiert.
Diskutieren Sie mit: