Politik

Nutzen der Proteomanalyse bei diabetischer Nephropathie nicht erkennbar

  • Freitag, 13. November 2015

Köln – Ob und wie die Proteomanalyse die Diagnostik und Therapie der diabetischen Nephropathie (DNP) unterstützt, bleibt weiter unklar. Das ist das Ergebnis der abschließenden Nutzenbewertung des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Nachdem die Wissenschaftler des Instituts bereits im Vorbericht auf fehlende bewertungsrelevante Studien hingewiesen hatten, brachte auch das anschließende Stellungnahmeverfahren keine neuen Erkenntnisse.

Bei der Proteomanalyse wird die Konzentration zahlreicher Biomarker im Urin massen­spektrometrisch ermittelt. Der daraus errechnete Wert soll laut Hersteller frühere und präzisere klinische Aussagen bezüglich einer DNP ermöglichen als die herkömmliche Diagnostik. Diese These bestätigt das IQWiG jedoch nicht. Mangels Studien sei der patientenrelevante Nutzen oder Schaden einer Proteomanalyse zur DNP-Erkennung ebenso unklar wie ihre diagnostische oder prognostische Güte, heißt es im Abschluss­bericht.

„Solange unter den ‚unzähligen Studien und wissenschaftlichen Publikationen‘, auf die man stolz verweist, keine einzige ist, die den Nutzen des Tests für die frühzeitige Erkennung einer diabetischen Nephropathie belegt, darf man sich über ein negatives Bewertungsfazit nicht wundern“, resümierte Stefan Sauerland, Leiter des Ressorts Nichtmedikamentöse Verfahren im IQWiG.

Die DNP ist eine chronische Nierenerkrankung, die durch die chronische Hyperglykämie  bei Diabetes mellitus verursacht und durch einen arteriellen Hypertonus negativ beein­flusst wird. Sie kann zu einem dauerhaften Versagen der Nieren führen.

hil

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