Vermischtes

Nutzen von PET oder PET/CT bei Speiseröhrenkrebs nicht belegt

  • Mittwoch, 21. August 2013

Köln – Mangels Studien ist der Nutzen der Positronen-Emissions-Tomographie (PET) alleine oder in Kombination mit einer Computertomographie (CT) bei einem Ösophaguskarzinom nicht belegt. Zu diesem Ergebnis kommt das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) in seinem Abschlussbericht zum Thema.

In Deutschland erkrankten 2008 etwa 4.800 Männer und 1.400 Frauen neu an Speiseröhrenkrebs, durchschnittlich im Alter von 65 Jahren. Die Fünf-Jahres-Überlebensrate beträgt hierzulande höchstens 20 Prozent.

Wissenschaftler des IQWiG haben weltweit nach Studien gesucht, die die Auswirkungen der Diagnostik mittels PET oder PET/CT daraufhin untersuchten, ob sie für Patienten ihre Überlebenschancen oder ihre Lebensqualität verbessern. Eine Hoffnung war, dass Ärzte durch eine Untersuchung mit PET oder PET/CT alleine oder in Kombination mit anderen Methoden besser beurteilen können, wie weit sich ein Tumor ausgebreitet und ob er auf eine Therapie angesprochen hat. Dies wiederum könnte die Therapie zielgenauer machen.

Allerdings blieb laut dem IQWiG die Suche nach direkt vergleichenden Interventions­studien erfolglos, so dass die Frage nach dem patientenrelevanten Nutzen der PET oder PET/CT beim Speiseröhrenkrebs unbeantwortet bleiben muss.

Für die diagnostische und prognostische Güte waren 48 Studien relevant, wovon die meisten die Güte des Primärstagings untersuchten, also die Stadienbestimmung vor einer Therapie. 19 Studien verglichen die PET direkt mit der CT. „Aussagen zugunsten eines der beiden Verfahren lassen sich aber nicht treffen, da sich in diesen Studien entweder kein statistisch signifikanter Unterschied zeigt oder die Daten nicht hinreichend sicher zu interpretieren sind“, hieß es aus dem IQWiG.

Zum Therapieansprechen (Restaging) sowie zur Diagnose und Prognose von Rezidiven liegen laut dem Qualitätsinstitut bisher ebenfalls zu wenige hochwertige Studien vor, die die PET oder PET/CT direkt mit anderen diagnostischen Verfahren vergleichen. Eine verlässliche Aussage zur diagnostischen und prognostischen Güte der PET oder PET/CT bei Restaging und Rezidivdiagnostik sei daher ebenfalls nicht möglich.

hil

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