Organspendenskandal: Ermittlungsverfahren gegen drei Leipziger Ärzte
Leipzig – Nach dem Organspendeskandal an der Universitätsklinik Leipzig ist gegen drei Ärzte ein Ermittlungsverfahren eröffnet worden. Es bestehe der Verdacht des versuchten Totschlags und der gefährlichen Körperverletzung, teilte die Leipziger Staatsanwaltschaft am Mittwoch mit. Den Ärzten wird vorgeworfen, Patientendaten manipuliert zu haben, um Wartenden schneller zu einer Spenderleber zu verhelfen. Ob dadurch andere Patienten zu Schaden gekommen oder sogar gestorben sind, soll nun geklärt werden.
Grundlage der Ermittlungen sind 38 Fälle, in denen falsche Angaben zum Gesundheitszustand der Patienten an das Transplantationszentrum weitergeleitet wurden. Die Universität hatte die Fälle Anfang des Jahres selbst publik gemacht. Zudem wurde zwei Oberärzten gekündigt und ein Mediziner des Transplantationszentrums suspendiert.
Im Juli 2012 hatte zunächst ein Göttinger Universitätsarzt für Schlagzeilen gesorgt. Er hatte Krankendaten gefälscht, um eigenen Patienten schneller eine Lebertransplantation zu ermöglichen. Daraufhin kamen Manipulationen bei Organtransplantationen auch an den Universitätskliniken Regensburg und München ans Licht.
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